Albrecht Reinhardt ist tot. Der ehemalige WDR-Journalist ist nach Angaben des Senders vor einigen Tagen im Alter von 81 Jahren verstorben. Am 4. Oktober wäre er 82 Jahre alt geworden. Reinhardt prägte während seiner Zeit beim WDR die Auslandsberichterstattung des Senders ganz wesentlich. Er war langjähriger Auslandskorrespondent, stellvertretender WDR-Chefredakteur und Leiter des ARD-Studios Moskau.

Nach seinem Geschichtsstudium in Köln und Bonn kam Reinhardt Mitte der 1970er-Jahre zum WDR. Er arbeitete zunächst im Landesprogramm und für das politische Fernsehmagazin "Monitor". Im August 1994 übernahm er die Leitung der Programmgruppe Aktuell (Fernsehen) beim WDR. Zu seinem Verantwortungsbereich gehörte unter anderem die Kölner "Tagesschau"-Redaktion. 1997 wurde er stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Programmgruppe Ausland. Mehrere Jahre moderierte er auch den "Weltspiegel".

2002 ging Reinhardt als Korrespondent nach Moskau und übernahm dort die Leitung des ARD-Studios. Bis zu seinem Ruhestand 2007 berichtete er aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Zu seinen letzten größeren Arbeiten gehörte die zweiteilige Reisereportage "Auf der Transsib – Von Moskau nach Peking". Während des Kosovokrieges 1999 setzte er sich öffentlich mit der Kriegsberichterstattung auseinander. Er kritisierte unter anderem die Informationspolitik der Bundesregierung und warnte davor, militärische Sprachregelungen unkritisch zu übernehmen. 

Ingmar Cario, WDR-Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung, sagt: "Albrecht Reinhardt hat über eine lange Zeit die Auslandsberichterstattung des WDR geprägt, als Leiter der Auslandsabteilung, stellvertretender Chefredakteur, Korrespondent in Moskau, Warschau und Nairobi. Mit seinen herausragenden Kenntnissen und seiner zugewandten Art war er als Journalist und Führungskraft Vorbild für viele Kolleginnen und Kollegen im Haus. Seiner Familie gilt unser Mitgefühl."