Netflix hat angekündigt, weltweit rund sechs Prozent seiner Belegschaft abbauen zu wollen. Medienberichten zufolge ist von etwa 1.000 Arbeitsplätzen die Rede, die wegfallen sollen. Besonders betroffen sind demnach die Bereiche Produkt, Technologie, Recht und Personalwesen. Es handelt sich um den größten Stellenabbau des Streamingdienstes seit 2022.

In einer internen Mitteilung, die der US-Branchendienst "Deadline" veröffentlichte, begründeten die beiden Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters den Schritt mit notwendigen Priorisierungen. "Unsere Mission, die Welt zu unterhalten, ist ambitioniert. Um sie zu erfüllen, müssen wir diszipliniert entscheiden, wo wir unsere Mitarbeiter und Ressourcen einsetzen", erklärten sie. Zugleich betonten sie, das Geschäft sei stark und wachse weiter. Die Jahresprognose hält Netflix fest.

Der Stellenabbau erfolgt in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld. Netflix steht unter vermehrtem Druck, das Wachstum zu beschleunigen und die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Die Zahl der weltweit abgerufenen Streamingstunden stieg im ersten Halbjahr lediglich um zwei Prozent, an der Börse hat die Aktie im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Auch der gescheiterte Versuch, die Studio- und Streamingaktivitäten von Warner Bros. zu übernehmen, sorgte bei Investoren für Verunsicherung. Dazu kommt, dass Netflix zuletzt weniger Serien-Hits hervorbrachte, die eine vergleichbare kulturelle Wirkung wie "Stranger Things" oder "Squid Game" entfalteten.

Strategisch setzt der Konzern deshalb verstärkt auf neue Geschäftsfelder und zusätzliche Erlösquellen, etwa Live-Events, Sportübertragungen, Video-Podcasts und Creator-Inhalte. Auch Preiserhöhungen und Bundles sollen das Geschäft stärken.

Die nun bekannt gewordenen Einschnitte sollen nach Darstellung der Unternehmensführung Raum für gezielte Investitionen schaffen. "Wir werden weiterhin entschlossen in Bereiche mit großer Wirkung investieren, um unseren Service zu verbessern und Wachstum und Innovation voranzutreiben", schrieben Ted Sarandos und Greg Peters. Sie räumten aber ein, dass der Stellenabbau für die Beschäftigten schwierig sei. "Entscheidungen wie diese sind nicht einfach, und wir treffen sie nicht leichtfertig."