Paul Ronzheimer ist nicht länger stellvertretender "Bild"-Chefredakteur. Der Journalist gibt seinen Posten ab, wird bei Axel Springer im Gegenzug aber eine neue Aufgabe antreten. Wie der Verlag am Montag ankündigte, wird Ronzheimer erster Creator einer neuen Plattform, die Springer unter dem Namen Axel Springer Creators gründet. Dabei soll es sich um "ein neues Modell für markenunabhängigen Journalismus" handeln.

Erklärtes Ziel sei es, eine neue Möglichkeit für Journalistinnen und Journalisten zu schaffen, eigene Formate zu entwickeln und auszubauen. So will man erfolgreichen Journalisten und neuen Talenten gleichermaßen ermöglichen, eigene journalistische Angebote aufzubauen und damit auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Unterstützt werden sollen diese dabei mit Produktion, Technik, Vermarktung und der Springer-Reichweite. Gleichzeitig sollen die Creator mehr redaktionelle und unternehmerische Freiheit erhalten und am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Formate beteiligt werden.

Als erster Creator wird Paul Ronzheimer mit seinem Team um Filipp Piatov und Daniel van Moll künftig seinen Podcast eigenständig innerhalb von Axel Springer weiterentwickeln. Geplant sind demnach unter anderem zusätzliche Audio- und Videoformate. Daneben werde Ronzheimer aber auch weiterhin als internationaler Reporter und Interviewer arbeiten, insbesondere in Kriegs- und Krisenregionen. Seine Reportagen, Interviews und Recherchen sollen demnach auch künftig etwa bei "Bild", "Welt", "Business Insider" oder "Politico" erscheinen.

"Ich will mit meinem Team weiter dort sein, wo Entscheidungen fallen und Geschichte passiert", so Paul Ronzheimer. "Im Gespräch mit den Menschen, die wichtige Entscheidungen treffen, genauso wie vor Ort in Kriegs- und Krisenregionen. Gleichzeitig wollen wir 'Ronzheimer' weiter ausbauen, neue Formate entwickeln und noch mehr Menschen erreichen. Axel Springer Creators gibt uns dafür die Möglichkeiten und die Freiheit."

Claudius Senst, Vorstand „Publishing“ Axel Springer: "Paul Ronzheimer zeigt, wie erfolgreicher Journalismus heute funktionieren kann: mit eigenen Formaten, einem direkten Draht zum Publikum und einer großen Reichweite auf unterschiedlichen Plattformen. Mit Axel Springer Creators wollen wir diesen Weg auch anderen Journalisten ermöglichen."