Kevin Claus, Felix Ebell und Finn-Jordan Max gründen mit Pathos eine neue Agentur für Branded Entertainment - und zum Start sparen sie auch nicht mit eben solchem. Extrem wenig Content auf Social Media würde man heute freiwillig gerne ein zweites Mal sehen wollen, schreiben sie zum Start ihrer neuen Agentur in einer Pressemitteilung. Darin liege das Problem einer Branche, "die sich seit Jahren mit sinkender Aufmerksamkeit, neuen Plattformen, künstlicher Intelligenz und ihrem vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Tod beschäftigt".
Weil Werbung dringend wieder einen Grund brauche, warum Menschen sie sehen wollen, gründe man Pathos, so die drei Gründer, die nicht sinkende Budgets oder KI für die Krise der Branche ausgemacht haben, sondern "austauschbare Ideen, mutlose Umsetzung und Kommunikation, die immer schneller, billiger und beliebiger" produziert werde.
Um potenzielle Kundinnen und Kunden auch emotional abzuholen, haben die drei Pathos-Gründer nun einen rund dreieinhalb minütigen Werbeclip in eigener Sache produzieren lassen - mit Jürgen Milski. Dieser fragt im Stile einer früheren Call-In-Sendung von 9Live zunächst eine Anruferin, was das "beschissenste an Deutschland" sei. Antwort: Werbung. Und wie kann man das ändern? Nicht mit "AI-driven business solutions", wie die Anruferin erklären will, dann aber direkt von Milski unterbrochen wird. Die richtige Antwort lautet natürlich: mit Pathos.
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Im weiteren Verlauf des Kurzfilms eskaliert die Situation im fiktiven Call-In-Studio jedoch, als sich die Gründer einmischen und darüber diskutieren, was die beste Art und Weise ist, um die neue Werbeagentur vorzustellen. Jürgen Milski macht sich am Ende mit dem Geld aus den Geldkoffern die Taschen voll und das Pathos-Trio beginnt eine Prügelei. Produziert wurde der Film von cndy Film, Regie & Kamera haben Thomas Cervenca und Clemens Hillinger geführt und 2WEI Music begleitet den Film mit einer Komposition des Ständchens aus Schuberts Schwanengesang.
"Man kann eine Agentur natürlich mit drei Portraitfotos und einer Pressemitteilung gründen. Das funktioniert jeher erstaunlich gut. Wir finden nur, wer Marken empfiehlt, mehr zu unterhalten, muss diesen Anspruch zunächst einmal an sich selbst stellen", sagt Co-Gründer & Executive Creative Director Felix Ebell. "Deshalb wollen wir Pathos von Anfang an auch als Unterhaltungsmarke denken. Der Film ist daher weniger Launch-Stunt als Startschuss für unsere eigene fortlaufende Entertainment-Kampagne."
Hinter der Agentur stehen der Managing Director Kevin Claus und die beiden Executive Creative Direktoren Felix Ebell und Finn-Jordan Max. Pathos sitzt in Hamburg, mittelfristig wolle man sich verstärkt im europäischen Markt positionieren. Zum Start arbeitet man unter anderem mit der Sparkasse zusammen.
"Meine Eltern haben mir davon erzählt, dass sie früher ins Kino gegangen sind, um sich die Cannes-Rolle anzuschauen. Freiwillig! Werbung war für sie Unterhaltung. Heute hassen Menschen Werbung teilweise so sehr, dass ganze Geschäftsmodelle darauf basieren, sie gegen Bezahlung davon zu befreien", sagt Managing Director Kevin Claus. "Das ist schon eine ziemlich beeindruckende Negativentwicklung für unsere Branche. Werbung muss Menschen wieder unterhalten, berühren oder zumindest irgendetwas in ihnen auslösen, das nicht der unmittelbare Kotzreiz ist. Wir würden da gerne mit aller Kraft wieder in die andere Richtung rudern."
Claus begann seine Karriere in der Werbung bereits als Auszubildender bei Jung von Matt, wechselte zwischenzeitlich zu Kolle Rebbe und kehrte später zu Jung von Matt zurück. Zuletzt verantwortete er siebeneinhalb Jahre lang bei Jung von Matt Sport unter anderem die Bereiche Gaming und Esports. Dort lernte er auch Ebell und Max kennen. Die beiden Kreativen arbeiteten in den vergangenen Jahren gemeinsam als Freelancer für einige der größten nationalen und internationalen Agenturen und entwickelten dabei unter anderem Arbeiten im Entertainment- und Markenbereich für Unternehmen wie Samsung, Adidas und Netflix. Für den Streamingdienst arbeiteten sie an Kommunikationsprojekten rund um Starts deutscher Original-Serien. Diese Arbeit führen sie nach eigenen Angaben nun mit ihrer neuen Agentur fort.
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