Am Donnerstag berichtet die Tageszeitung "Die Welt" über die Besorgnis der deutschen Energieversorger, dass die Klimaschutz-Aktion "Licht aus! Für unser Klima" am Samstagabend zu einem europaweiten Stromausfall führen könnte. "Wir finden eine symbolische Aktion zum Klimaschutz eigentlich toll", sagt Klaus Kleinekorte, Geschäftsführer der RWE Transportnetz Strom GmbH, der "Welt". "Aber wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz, in dem Stromerzeugung und Stromverbrauch permanent im Gleichgewicht gehalten werden müssen."Anders formuliert: Sinkt der Stromverbrauch innerhalb von Sekunden schlagartig, führt dies zu einem Überangebot an Elektrizität im Netz, das banal gesagt erst einmal nirgendwohin kann. Aus Sicherheitsgründen würde es zu Abschaltungen von Kraftwerken kommen. Die Reaktivierung der Kraftwerke dauert aber deutlich länger als fünf Minuten, so dass bei der plötzlich wieder sprunghaft ansteigenden Nachfrage ein Stromausfall möglich sei - und das durch die Vernetzung der Stromanbieter nicht nur in Deutschland.
Alles halb so wild, kontern die Organisatoren der Aktion. "Wir sind seit Monaten in Gesprächen mit den Energieversorgern und uns wurde die Unbedenklichkeit versichert", erklärt ProSieben-Sprecher Patrick Kügle auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de. Weder ProSieben noch die anderen Partner der Aktion wie Greenpeace, BUND, WWF, die "Bild" oder Google wollten und werden also einen Stromausfall provozieren.
ProSieben unterbricht am Samstag um 19.58 Uhr sein reguläres Programm - zu dieser Zeit die Schnipsel-Show "Talk, Talk, Talk" - für ein "Galileo Spezial" mit Aiman Abdallah vom Brandenburger Tor, eine der vielen deutschen Sehenswürdigkeiten, deren Beleuchtung für die besagten fünf Minuten ebenfalls ausgeschaltet wird. Via Splitscreen zeige man vier deutsche Sehenswürdigkeiten und die Abschaltung der Beleuchtung, darunter definitiv der Kölner Dom sowie Schloss Neuschwanstein. Ob ProSieben für die Ausleuchtung von Moderator Abdallah Energiesparlampen benutzt, ist nicht überliefert.
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