Foto: Axel Springer © Axel Springer
Für 500 Millionen Euro

Springer steigt vollständig bei ProSiebenSat.1 aus

 

Die Axel Springer AG will sämtliche Anteile an ProSiebenSat.1 verkaufen. Der warme Geldregen kommt angesichts des finanziellen Desasters bei der Pin-Group wohl gerade recht.

von Uwe Mantel
11.12.2007 - 08:29 Uhr

Logo: ProSiebenSAT.1Kehrtwende und warmer Geldregen bei der Axel Springer AG: Wie das Unternehmen am späten Montagabend in einer ad hoc-Mitteilung bekanntgab, will der Springer-Verlag seine Anteile in Höhe von je 12 Prozent der Stamm- und Vorzugsaktien an die ProSiebenSat.1-Mehrheitseigner, die Finanzinvestoren KKR und Permira, verkaufen.

Der Kaufpreis, den KKR und Permira dafür zahlen wollen, liegt bei knapp über 509 Millionen Euro. Geld, das Springer offenbar gut gebrauchen kann. Fast genau so hoch lag der Kaufpreis, den Springer im Sommer für den Postzusteller Pin Group auf den Tisch gelegt hat. Nachdem dieser inzwischen kurz vor der Pleite steht - eine Entscheidung über eine mögliche Schließung fällt wohl noch in dieser Woche - dürfte Springer hier in diesem Jahr Millionenverluste abschreiben müssen, die durch die hohen Einnahmen aus dem ProSiebenSat.1-Verkauf wieder ausgeglichen werden könnten. Einen direkten Zusammenhang bestreitet Springer aber.


Für Springer bedeutet der Ausstieg aus ProSiebenSat.1 aber eine komplette Abkehr der bisherigen Strategie, schließlich wollte Springer-Chef Mathias Döpfner gerade im TV-Bereich wachsen. 2005 wollte Springer ProSiebenSat.1 vollständig übernehmen, was schließlich trotz zahlreicher Zugeständnisse aber an Kartell- und Medienwächtern gleichermaßen scheiterte. Gegen diese Untersagung geht Springer derzeit immer noch vor Gericht vor und betonte noch im September, dass ProSiebenSat.1 "nach wie vor ein höchst attraktives Unternehmen" und "die strategische Logik einer Übernahme nach wie vor gegeben sei". Noch vor wenigen Wochen gab es zudem Berichte, Springer wolle beim ProSiebenSat.1-Nachrichtensender N24 einsteigen.

Der Verkauf der Aktien an KKR/Permira steht derzeit allerdings noch unter Vorbehalt. Unter anderem muss die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) dem Ganzen noch zustimmen. Dazu muss die endgültigen Auszahlung des zur Fremdfinanzierung vorgesehenen Kaufpreisanteils durch die Banken des Käufers sichergestellt sein. Nach Abschluss der Transaktion, werden KKR und Permira (über die Lavena Holding 5 GmbH) 100 Prozent der Stammaktien halten und somit über alle Stimmrechte verfügen. Im Streubesitz befinden sich lediglich stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der Anteil am Gesamtkapital von ProSiebenSat.1, den KKR und Permira halten, steigt durch die Transaktion auf 62,7 Prozent.

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