Logo: 9LiveAus wenig viel zu machen, hat man anlässlich großer Fußballturniere wohl bei der ProSiebenSat.-Gruppe verinnerlicht. Nachdem ProSieben vor zwei Jahren die fehlenden Übertragungsrechte für Weltmeisterschaftsspiele mit der Programmmarke "WM for the girls" wett machte, hat man sich nun für die anstehenden Fußball-Europameisterschaft die "Hot Shots" ausgedacht.

Gemeinsam mit der Männerzeitschrift "FHM" will die Fernsehgruppe unter diesem Label während der Fußball-EM ein Elfmeterturnier veranstalten, bei dem je fünf junge Frauen aus 16 Ländern antreten. Ausgewertet werden soll das dabei entstehenden Material auf der Videoplattform Myvideo und im Programm des Anrufsenders 9 Live. Die Sendungen werden je sechs Minuten lang sein und sollen bei 9 Live in den Halbzeitpausen gezeigt werden.
 


Während man bei der "WM for the girls" vor zwei Jahren die Programmflächen im Umfeld bewusst frauenaffin gestaltet hat, um fußballuninteressierte Zuschauerinnen zu gewinnen, so wird bei den "Hot Shots" das Gegenteil der Fall sein. Schon die Pressemitteilung, die ProSiebenSat.1-Tochter zu diesem Thema versendet, liest sich so schlüpfrig, als habe man der "Bild" die Autoren der sogenannten Miezen-Texte, die das Nacktbild auf Seite eins erläutern, abgeworben.

So werden die Damen das Turnier in Dessous bestreiten. Da ist die Rede davon, dass der Ball "voll an die Latte" gehen könne und "scharfe Schüsse auf das Tor" garantiert seien. Entwickelt wurde die fragwürdige Idee, die vermutlich nicht gerade den Ruhm der ProSiebenSat.-Gruppe mehren wird, von der niederländischen SBS, die ebenfalls zum Konzern gehört. Auch das Boulevard-Magazin "Taff" wird die Inhalte, die international auf verschiedenen Medienplattformen ausgewertet werden, übernehmen.