Foto: Callactive © Callactive
Überraschung am Mittwoch

Callactive gibt Call-In auf - Mayerbacher zieht sich zurück

 

Die Ära Callactive scheint beendet: Die umstrittene Produktionsfirma von Call-In-Gewinnspielen zieht sich aus der TV-Produktion entsprechender Formate zurück und hat ihre Sendung "Money Express" bereits abgegeben. Auch Geschäftsführer Stephan Mayerbacher selbst will sich aus dem Geschäft zurückziehen und neuen Aufgaben widmen, wie er am Mittwoch gegenüber DWDL.de erklärte.

von Jochen Voß
11.06.2008 - 11:11 Uhr

Foto: CallactiveFür Schlagzeilen sorgte Stephan Mayerbachers Produktionsfirma Callactive in den vergangenen Monaten immer wieder. Meist ging es um die Inhalte der von Callactive produzierten Sendung "Money Express" (Logo), die bei den MTV-Sendern Viva, Comedy Central und Nick läuft. Doch am Mittwochvormittag überrascht Callactive mit einer Neuigkeit in eigener Sache. Gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de bestätigte Mayerbacher auf Anfrage, dass sich Callactive aus dem Call-In-Geschäft zurückziehen werde.

Man tue das, "weil wir als Anbieter einer einzelnen Produktion mittelfristig nicht mit Anbietern wie MassResponse, 9Live oder Telemedia InteracTV, die bereits europaweit mit zentralen Produktions HUBs agieren, wettbewerbsfähig sind", so Mayerbacher. Die bislang von ihm produzierte Sendung "Money Express" wird schon seit Montag von der österreichischen Produktionsfirma mass response GmbH produziert. Entsprechendes bestätigte man in Österreich auf Anfrage.

Die Firma mass response ist nicht unbekannt. Das Tochter-Unternehmen der Telekom Austria hat bereits Ende März die Call-In-Fenster in der Schweiz von Callactive übernommen (DWDL.de berichtete). Vertragspartner für die ausstrahlenden Sender Viva, Comedy Central und Nick bzw. den Medienkonzern MTV bleibe aber nach wie vor Callactive. Dies bestätigte eine MTV-Sprecherin am Mittwoch gegenüber DWDL.de. "Callactive ist vertraglich die Möglichkeit eingeräumt, für die Produktion des 'Moneyexpress' Dritte zu beauftragen, wovon das Unternehmen Gebrauch gemacht hat."

Für Wirbel im Web sorgte auch schon die Tatsache, dass die Website von Callactive zeitweise nicht mehr erreichbar war. In einer ersten Stellungnahme erklärte Mayerbacher am Morgen gegenüber DWDL.de dazu: "Die Callactive gibt es noch, mich gibt es noch, alles fast beim Alten, bis auf dass wir operativ nicht mehr produzieren! Die Homepage wird aufgrund des Endemol Ausstiegs lediglich überarbeitet." Am Mittag war sie dann auch mit einem entsprechenden Hinweis wieder erreichbar.

Zu den Gründen für den Rückzug aus dem Call-In-Geschäft erklärte Mayerbacher gegenüber DWDL.de, dass Call-In-TV mittlerweile maßgeblich ein Skalierungsgeschäft sei, bei dem das Geld nur noch über die Größe und entsprechende Multiplattformeffekte verdient werde. "Außerdem möchte ich mich persönlich neuen Aufgaben zuwenden", fügt der Callactive-Geschäftsführer hinzu. Sein kurz- oder mittelfristiger Rückzug aus dem Geschäftsfeld Call-In-TV sei abzusehen. Dennoch sollen die derzeit laufenden juristischen Auseinandersetzungen mit den Callactive-Kritikern und Frontkämpfern Marc Döhler und Stefan Niggemeier bis zur jeweiligen Entscheidung fortgesetzt werden, so Mayerbacher.

Für großes Rätselraten sorgte auch die Frage, wieso die URL call-in-tv.de, die Callactive erst vor Kurzem unter dubiosen Umständen übernahm, plötzlich auf eine Beschwerde-Website der für die Sendung "Money Express" zuständigen Landesanstalt für Medien NRW führt. Auf der Unterseite können Beschwerden über Medieninhalte eingereicht werden - z.B. gegen unlautere Methoden im Call-In-Geschäft. Mayerbacher erklärt auch dies auf Anfrage und verblüfft damit durchaus: "Dies wird dem ursprünglichen Zweck der Domäne gerecht und soll zeigen, dass wir mit sachlicher Kritik und Beschwerden durchaus umgehen können und wollen." Der Call-In-Kritiker und vorherige Inhaber der Domäne, Marc Döhler, kommentierte die Weiterleitung und ihre Begründung gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de kurz und knapp: "Selten so gelacht."

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