Foto: ZDF/Carmen Sauerbrei © ZDF/Carmen Sauerbrei
Rotznasige Kritiker?

Gottschalk sieht sich als Opfer von Berufskritikern

 

Thomas Gottschalk genießt nach eigener Aussage zwar konstruktive Kritik, "Berufskritiker" hingegen kosten ihn viel Kraft. Er sei nicht mehr bereit, sich "nach 20 Jahren in diesem Geschäft rechtfertigen zu müssen".

von Uwe Mantel
15.10.2008 - 12:45 Uhr

Wetten, dass..?Thomas Gottschalk kann den Großteil der Kritik, die fast reflexartig nach jeder "Wetten, dass..?"-Sendung laut wird, nicht nachvollziehen. Gegenüber der Programmzeitschrift "TV Digital" bezeichnete er sich als "Opfer von Berufskritikern". Diese Kritik koste ihn viel Kraft, auch wenn es zu seinem Job gehöre, sich von fremden Leuten bewerten zu lassen.

Zwar helfe ihm konstruktive Kritik weiter, er sei aber nicht mehr bereit, sich "nach 20 Jahren in diesem Geschäft rechtfertigen zu müssen". Gottschalk: "Zwar werde ich laufend beschimpft - etwa für die Qualität meiner Interviews. Ihr Sinn ist aber nicht, meinen Gästen Geheimnisse zu entlocken, sondern eine gute Atmosphäre zu entwickeln, in der sich sowohl Gast als auch Zuschauer wohlfühlen. Also sage ich zum Gast: 'Setz dich, willst du Nüsse oder Kekse? Lass uns einen Typen reinholen, der einen Kürbis aushöhlt und damit über einen See paddelt!' Auch nutze ich die Zeit nicht, um mich weiblichen Gästen sexuell zu nähern und sie dann im unbeobachteten Moment zu vergewaltigen - was viele Kritiker befürchten. Ich bin einer, der Menschen, die er mag, immer irgendwann anfasst."

Ihn störe zudem die "Rotznasigkeit jugendlicher Online-Journalisten, die alles wegbügeln wollen, was über 40 ist". Gottschalk: "Kürzlich hat bei 'Spiegel Online' eine Mitarbeiterin Madonna zur Sau gemacht und ihr geraten, in Rente zu gehen. Da setze ich gedanklich schon mal meinen Namen ein." Auch vor seiner Frau Thea würden Kritiker nicht halt machen.

Das sei auch einer der Gründe, warum er mit seiner Familie seit 1987 in Los Angeles lebt. "An US-Zeitungsständen kann ich jedes Blättchen kaufen, ohne dass Negatives über mich drinsteht - ich komme darin überhaupt nicht vor", so Gottschalk. Zudem könnten seine Söhne dort ungestört aufwachsen. "Unsere Jungs können in Malibu in friedlicher Anonymität groß werden, statt eines dieser verkorksten Promikinder zu werden. Hier nützt ihnen der Name ihres Vaters nichts." Außerdem habe er lieber zweimal im Jahr Erdbeben als 50 Wochen Regen.

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