Bild: SWR/Rafael KrötzBereits wenige Tage nachdem SWR-Intendant Peter Boudgoust den Vorsitz der ARD übernommen hat, macht er von sich reden. So erläuterte er gegenüber der "Financial Times Deutschland" seine Überlegungen für strukturelle Veränderungen innerhalb des Senderverbunds. Boudgoust will in der ARD künftig verstärkt auf Kooperationen setzen.

"Wir müssen stärker auf das Federführungsprinzip zurückkommen. Das heißt, dass nicht alle alles machen müssen", sagte Boudgoust der Zeitung. Denkbar ist zum Beispiel, dass bestimmte Programminhalte von einzelnen Landesrundfunkanstalten für alle ARD-Sender hergestellt werden, statt von jedem einzeln für den jeweils eigenen Programmbedarf.
 

 
Getrieben sind die neuen Überlegungen von der Notwendigkeit zum Sparen. So liege die aktuelle Erhöhung der Rundfunkgebühren um 90 Cent unter der Inflationsrate. "Da unsere externen Kosten steigen, beispielsweise für Senderechte, führt das praktisch zu einer Budgetkürzung", sagte Boudgoust der "FTD". "Darüber will ich nicht jammern. Aber wir müssen uns darauf einstellen, weitere Rationalisierungen und Einsparungen vorzunehmen", so der Intendant weiter.

Ein weiteres Problem des Senderverbunds sieht der neue Vorsitzende in der Struktur der Entscheidungeswege. "Die ARD wird schneller reagieren müssen. Wir können uns bestimmte Entscheidungsprozesse, die sehr gründlich, aber eben auch langwierig sind, nicht mehr leisten, weil die Entscheidungsgeschwindigkeit um uns herum massiv zugenommen hat", sagte Boudgoust.

Eine klare Absage erteilt der neue ARD-Vorsitzende den verschiedenerorts vorgenommenen Überlegungen für einen werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. "Eine Abschaffung der Werbung würde den Gebührenzahler mit circa 1,50 Euro monatlich mehr belasten. Es wäre symbolhaftes Handeln, an dem sich die Politik nicht orientieren sollte", so Boudgoust in der "FTD".