Thomas EbelingThomas Ebeling, seit März Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, sieht sein Unternehmen für die kommenden Jahre ordentlich aufgestellt. "Unser Programm kommt beim Zuschauer hervorragend an, wir wirtschaften effizient und haben 2008 einen sehr ordentlichen Gewinn erzielt", sagte Ebeling in einem Interview mit dem "Manager Magazin", das am Freitag dieser Woche erscheint. Der operative Gewinn jedoch führte durch die SBS-Übernahme im Jahr 2007 zu einem tiefroten Ergebnis für 2008.

Das Unternehmen sei in der Lage, seine Schulden aus eigener Kraft zu reduzieren, erklärt Ebeling im Interview. "Wenngleich 2009 und 2010 dafür vielleicht nicht die besten Jahre sind", so Ebeling weiter. Auch wenn der Manager keine Prognose für das laufende Jahr abgeben will, so gibt er als Ziel an, trotz sinkender Umsätze und eines Werbemarkts, der ihm zu Folge in diesem Jahr um rund zehn Prozent schrumpfen werde, einen kleinen Gewinn zu erwirtschaften.
 

 
Hinsichtlich der Finanzlage des Senders ist Ebeling zuversichtlich, dass man in diesem Jahr "keine Probleme mit den Kreditvereinbarungen bekommen" werde. Allein 250 Millionen Euro jährlich muss das durch den Kauf der SBS-Gruppe mit rund 3,4 Milliarden Euro verschuldete Unternehmen zahlen. Ebeling: "ProSiebenSat.1 hat eine robuste Ertragskraft". Ein Verkauf der SBS-Gruppe, die mittlerweile ein Teil von ProSiebenSat.1 ist, ist für den Manager keine Option. "Die industrielle Logik spricht für ein paneuropäisches Fernsehunternehmen, denn es erhöht die Möglichkeiten für Synergien", sagte er dem "Manager Magazin".

Als "Test" bezeichnet Ebeling die Vermarktung der Restwerbezeiten der Sendergruppe, die Mediaagenturen in Eigenregie weitervermarkten können. "Wir stellen nur ein begrenztes Volumen - maximal drei Prozent unserer nicht verkauften Restwerbezeiten - zur Verfügung, um Kunden zu gewinnen, die sonst nicht im TV werben würden". Ausgeweitet werden solle der Test nicht, "denn wir wollen die Kontrolle über unser Inventar natürlich behalten".

In Sachen Programmentwicklung liegt für den Vorstandsvorsitzenden ein starker Fokus darauf, den in der Primetime schwächelnden Sender Sat.1 wieder stark zu machen. "Für uns ist die Rückgewinnung von Zuschauermarktanteilen bei Sat.1 zwischen 20 und 23 Uhr, der  Hauptvermarktungszeit, am wichtigsten". Als "eine gute strategische Entscheidung" bezeichnet Ebeling den Umzug von Sat.1 nach Unterföhring, der noch von Ebelings Vorgänger Guillaume de Posch abgesegnet wurde. "All dem ein neues organisatorisches Modell zu geben, wissend, dass nicht jeder mitkommt, das war schon richtig und mutig", sagte Ebeling dem "Manager Magazin. Von den 220 Sat.1-Mitarbeitern in Berlin werden lediglich 30 den Umzug nach Süddeutschland antreten.