Das ErsteAls "verfluchten Platz" bezeichnete ARD-Programmdirektor Volker Herres kürzlich den Sendeplatz um 18:50 Uhr, auf dem Das Erste seit langer Zeit schon kränkelt. Von Kritikern gelobte Serien wie "Türkisch für Anfänger" und "Berlin, Berlin" taten sich in der Vergangenheit schwer und auch peinliche Dokusoap-Versuche wie die Stylingshow "Bruce" gingen daneben.

Den traurigen Tiefpunkt bildete aus Sicht der Quoten jedoch die Soap "Eine für alle", die vor wenigen Wochen nach nur 100 Folgen schon wieder aus dem Programm genommen wurde, weil mit Mühe gerade mal noch eine Million Zuschauer Gefallen daran fanden - von Anfang an hielt sich das Interesse hier in Grenzen. Seither versucht nun also Moderator Florian Weber mit dem "Duell im Ersten" sein Glück.



Vorteil für Weber: Die Quoten-Erwartungen an seine Show waren ohnehin nicht hoch, sodass er nicht allzu viel zu verlieren hatte - und angesichts der langen Flop-Liste der Vergangenheit gibt sich die ARD schon mit wenig zufrieden. Auf 1,80 Millionen Zuschauer und einen Gesamtmarktanteil von 7,4 Prozent kommt "Das Duell im Ersten" im Schnitt bislang seit dem Start, am Mittwoch sahen sogar 2,14 Millionen zu und damit etwa doppelt so viele wie bei "Eine für alle". Das genügt den Verantwortlichen nun für eine Fortsetzung.

Daher wird das in seinem Konzept ein wenig dem ProSieben-Hit "Schlag den Raab" ähnelnde Quiz auch nach Weihnachten noch zu sehen sein: Bis Frühjahr 2010 dürfen daher ganz normale Menschen gegen Promis antreten. "Die Quoten sind zwar noch nicht Zugspitze, aber doch solides und schönes Mittelgebirge", so Dr. Bernhard Gleim vom NDR, Executive Producer der Spielshow. "Wir haben uns deshalb zu einer Verlängerung des Duells entschlossen, vertrauen dem Format und unserem jungen Moderator Florian Weber."

Wie es danach weitergeht, steht indes noch in den Sternen, schließlich läuft im Frühjahr auch der Vertrag mit Jörg Pilawa aus, dessen "Quiz" um 19:20 Uhr zwar nach wie vor solide läuft, aber von einstigen Bestwerten mittlerweile deutlich entfernt ist. Schon vor Wochen wurde über eine Abschaffung der Startzeit 18:50 Uhr diskutiert - möglich wäre ein späterer Start der Dailsoaps, sodass die ARD den Umschaltzeitpunkt um 19 Uhr besser nutzen könnte. Entschieden ist hierbei allerdings noch nichts.