Olympische SpieleMit den Olympischen Winterspielen fahren ARD und ZDF auch in diesem Jahr wieder hervorragende Einschaltquoten ein. Ein spannendes Programm, das mit Medaillen in verschiedensten Farben zudem auch noch emotionale Bilder liefert: Der Traum der Werbeindustrie, sollte man meinen. Doch dem ist nicht so. Das ZDF Werbefernsehen wies am heutigen Donnerstag daraufhin, dass sich die Werbekunden in Sachen Olympia derzeit eher zurückhaltend zeigten. Mit anderen Worten: Die zur Verfügung stehenden Werbeinseln verkaufen sich eher schleppend.

Für die Verkäufer der ZDF-Werbung ist das nur schwer nachvollziehbar, auch wenn der Verkauf der Werbezeiten bei Winterspielen schon länger nicht leicht fällt. Ein Grund könnte laut Christoph Lüken, Leiter Sales Marketing beim ZDF Werbefernsehen, der Austragungsort sein. So fallen bei Olympischen Spielen in Übersee viele Wettbewerbe in nicht vermarktbare Zeiten - bei ARD und ZDF ist um 20 Uhr Schluss mit der Werbung.
 

 
Allerdings, so Lüken, ließen sich die für Deutschland wichtigen Ereignisse - so zum Beispiel die Damenabfahrt und Biathlon - aufgrund ihrer Platzierung durchaus mit Werbung belegen. Gegenüber den Olympischen Spielen in Salt Lake City vor acht Jahren zog Lüken zufolge das Geschäft in Turin vor vier Jahren wieder leicht an. Auch bei der ARD fällt die Vermarktung offenbar nicht leicht. Auf DWDL.de-Nachfrage heißt es seitens des Vermarkters ARD Werbung Sales & Services: "Dass die Werbevermarktung aufgrund der Zeitverschiebung kein Selbstläufer ist wie bei anderen Sportevents, überrascht nicht."

Darüber hinaus beobachtet man beim ZDF-Werbefernsehen, dass sich die traditionellen Anlaufschwierigkeiten, mit denen die Vermarkter in der Regel zu Jahresbeginn zu kämpfen haben, mittlerweile bis in den Februar ziehen, da Media-Budgets zu diesem Zeitpunkt zum Teil noch nicht freigegeben seien. Die Wirtschaftskrise könnte ihr Übriges tun. "Aber gerade wenn man von Krise redet, sollte man solche Perlen wie die Olympischen Spiele nicht an sich vorüberziehen lassen", so Lüken im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de.

Kurzfristig könne das ZDF noch Buchungsstrategien in Höhe von 77.000 bis 240.000 Euro mit nie weniger als 12 Schaltungen auf der Basis von 20-Sekunden-Spots realisieren., heißt es in einer Mitteilung. Der Tausendkontakt-Preis (TKP) des ZDF beim Gesamtpublikum lag bei einer durchschnittlichen Reichweite von 3,94 Millionen Zuschauern bisher bei 6,96 Euro. Bei der ARD gibt man sich zuversichtlich, dass die Nachfrage an den Spielen, die noch bis zum 28. Februar dauern, noch anzieht: Bei durchschnittlichen Werbeinselreichweiten von 3,29 Millionen Zuschauern gesamt und einem Durchschnitts-TKP von 7,65 Euro biete man "hervorragende Leistungswerte", so ARD-Werbung-Sprecher Norbert Rüdell. "Mit den beeindruckenden Leistungen der deutschen Athleten steigt dieses Interesse weiter und wird daher sicherlich noch kurzfristigen Buchungen nach sich ziehen", so Rüdell weiter.