stern.deIm "Projekt Blau" stellte das noch immer rote Zahlen schreibende Web-Portal "Stern.de" seine Strategie auf den Prüfstand. Nun präsentierten Chefredakteur Frank Thomsen und Geschäftsführer Christian Hasselbring die Ergebnisse. Quint-Essenz: "Stern.de" will sich auf einige wenige Topthemen am Tag konzentrieren und sich damit von der ohnehin uneinholbaren Konkurrenz "Spiegel Online" differenzieren.

In einem Interview mit "Meedia" sagte Thomsen: "Wir wollen künftig mutiger auswählen, entschiedener im Umgang mit den News sein". Zu den Topthemen - fünf bis zehn pro Tag - soll es dann dafür mehr vertiefende Inhalte als bislang geben. "Der Grundgedanke lautet: mehr in die Tiefe als in die Breite denken und lieber am Rand etwas weglassen", so Thomsen. Ohnehin sei fehlende Beschränkung gerade im Web derzeit ein Problem für die Nutzer. "Selektion ist ein journalistischer Wert an sich", so Thomsen.

Für die Umsetzung der neuen Strategie wird auch die redaktionelle Struktur umgebaut. Statt der bislang acht Text-Ressorts gibt es künftig nur noch die beiden Groß-Ressorts Nachrichten und Wissen, das sich um Ratgeber-, Service- und Hintergrundthemen kümmern soll. Thomsen hält sich damit für die Bearbeitung großer Themen besser aufgestellt und hat auch gleich ein anschauliches Beispiel parat: "Sarrazin - das ist Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Wahnsinn".

Umgesetzt werden sollen die Änderungen bis Ende September. An der Aufmachung der Seite soll sich hingegen erst einmal nichts Wesentliches ändern, der letzte Relaunch war ohnehin erst im vergangenen Jahr. "Das Design und die Navigation bleiben vertraut", so Thomsen. Auch die Positionierung als bildstarke Nachrichtenseite bleibt unangetastet.