RTL II - its fun © RTL II
Schnarre ist dagegen

"Tatort Internet": Rechtsstaat in Schieflage?

 

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die von der Gattin ihres Minister-Kollegen zu Guttenberg unterstützte RTL II-Sendung "Tatort Internet" kritisiert. Einen öffentlichen Pranger brauche der Rechtsstaat nicht.

von Uwe Mantel
19.10.2010 - 13:12 Uhr

Tatort Internet© RTL II
In der Debatte um das RTL II-Format "Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder" hat sich nun auch die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" äußerte sich kritisch zu dem Format, für das vor allem auch die Gattin ihres Ministerkollegen Karl-Theodor zu Guttenberg öffentlich wirbt und eintritt.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte den "öffentlichen Pranger", der mit derartigen Formaten geschaffen werde. "Es besteht die Gefahr, dass Unschuldige angeprangert und große Schäden angerichtet werden und der Rechtsstaat in eine Schieflage gerät. Das ist ein hohes Risiko", so die FDP-Politikerin. Gerade bei diesem Thema sei besondere Vorsicht und Zurückhaltung geboten. "Öffentlichen Pranger braucht der Rechtsstaat nicht. Wir müssen aufpassen, dass es keine Vorverurteilungen gibt, bevor die Justiz ermittelt. Unsere Justiz ist ein hohes Gut. Das sollten wir bewahren", so Leutheusser-Schnarrenberger weiter.

Am Vortag hatte Stephanie zu Guttenberg das Format in der "Bild"-Zeitung bereits verteidigt. "Ich bin entsetzt, wie diese Debatte geführt wird! Die Sendung soll zeigen, wie leicht unsere Kinder im Internet zu Opfern von Sextätern werden können. Wie allgegenwärtig diese widerliche Anmache von Online-Tätern ist. Und wie skrupellos sie sich das Vertrauen von Kindern erschleichen, um sie zu Hause, im Wald oder im Hotel zu treffen", so zu Guttenberg. Sie sei empört, wie sich Medienexperten, Juristen und Journalisten so offensichtlich auf die Seite von Tätern stellen, statt die Opfer zu schützen.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Sie haben einen Text aus dem Archiv des Medienmagazins DWDL.de aufgerufen, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht und mehrere Zehntausend Artikel umfasst.



Suchtipps

  • Geben Sie mehrere Suchwörter an, um Ihre Suche einzuschränken. Es werden nur Artikel ausgegeben, in denen alle angegebenen Worte vorkommen.
  • Starten Sie ihre Suche mit einem Anführungszeichen ("), werden nur Artikel ausgegeben, in denen die Worte in genau dieser Reihenfolge vorkommen.
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 5 + 9 =

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.