Foto: 9Live © 9Live
Nach DWDL.de-Story

ProSiebenSat.1 macht sich Mut und verteidigt 9Live

 

Die demonstrative Rückenstärkung für 9Live ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem DWDL.de-Bericht über ein mögliches Szenario für den schwächelnden Call-In-Sender weist man in Unterföhring alle Spekulationen zurück.

von Thomas Lückerath
15.12.2010 - 14:08 Uhr

ProSiebenSat.1 Gebäude© ProSiebenSat.1
Welche Rolle spielt der Fernsehsender 9Live in der ProSiebenSat.1 Media AG über das kommenden Jahr hinaus? DWDL.de berichtete am Mittwoch ausführlich von Plänen des TV-Konzerns, die analoge Kabelreichweite des Call-In-Senders für den neuen Frauensender Sixx zu verwenden, sollte sich bei 9Live in den kommenden Monaten keine positive Tendenz abzeichnen. Zuletzt sanken die Umsätze des umstrittenen Call-In-Senders und Thomas Ebeling, ProSiebenSat.1-Vorstandsvorsitzender, räumte öffentlich ein, kein weiteres Wachstum bei dem Sender zu erwarten.

Doch von einem möglichen Aus des Senders will man am Mittwoch in Unterföhring nichts wissen. "Presse-Spekulationen über eine Einstellung von 9Live entbehren jeder Grundlage", erklärt Christoph Bellmer, der für 9Live zuständige Head of New TV der ProSiebenSat.1 Group. "9Live wird 2010 ein sehr gutes Ergebnis erzielen und ist auch für 2011 bestens aufgestellt." Die Reduzierung der Empfangbarkeit um 5,5 Millionen Haushalte mit analogem Satelliten-Empfang dürfte das allerdings nicht leicht machen.

 

Auch 9Live-Geschäftsführer Ralf Bartoleit meldet sich zu Wort: "Es ist in den vergangenen beiden Jahren gelungen, den Sender mit neuen Geschäftsmodellen breiter aufzustellen und unabhängiger von Call-Erlösen zu machen." Eine Kehrtwende in der Umsatzentwicklung ist allerdings noch nicht gelungen. Wie das mit geringerer Verbreitung gelingen soll, bleibt abzuwarten. Bartoleit setzt, wie schon im DWDL.de-Interview im Sommer angekündigt, auf neue Transaktions-Modelle, etwa Casino, Poker und Wetten. Wann genau all das umgesetzt werden soll, ist noch nicht bekannt.

9Live-Geschäftsführer Ralf Bartoleit© 9Live
Die Hoffnung beruht auf der möglicherweise bevorstehenden Liberalisierung des Glückspielmarktes in Deutschland. "Wenn es in diesem Markt demnächst zu neuen Chancen kommt, werden wir zu den Ersten gehören, die davon profitieren", erklärt Bartoleit (Foto) am Mittwoch. Doch nach einer neuen Perspektive sucht der Sender bereits seit über zwei Jahren. Deswegen bleibt abzuwarten, wie sich der Frauensender Sixx entwickelt. Anders als 9Live steigert der Kanal die Reichweite - und verbreitet sich ab Januar analog via Satellit.

Sollte sich das spürbar auf die Reichweite auswirken und der TV-Werbemarkt wie erwartet einer weiteren Erholung entgegensehen, wird gerade ein von Finanzinvestoren kontrollierter TV-Konzern genau abwägen, welcher Sender die maximale TV-Verbreitung via analogem Kabel besser kapitalisieren kann. Diesem Wettbewerb wird sich das schwächelnde 9Live stellen müssen - egal, was man heute in Unterföhring beteuert.

 

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