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Millionenbetrug

Kika-Skandal: Geständnis und Kritik am MDR

 

Der ehemalige Herstellungsleiter des Kika hat vor Gericht den Millionenbetrug zugegeben und ein vollständiges Geständnis abgelegt. Die Schuld sieht er jedoch auch bei seinem früheren Arbeitgeber - der Umgang sei brutal gewesen.

von Alexander Krei
06.06.2011 - 16:51 Uhr

Auf mehr als acht Millionen Euro soll sich der Schaden im Betrugsskandal beim Kinderkanal seit 2002 belaufen haben. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Erfurt hat der ehemalige Herstellungsleiter Marco K. nun ein vollständiges Geständnis abgelegt. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien "vollumfänglich zutreffend".

Als Grund für den Betrug gab der Angeklagte eine Spielsucht an. Von dem Geld, um das er den Kinderkanal über Jahre hinweg betrogen hatte, sei inzwischen nichts mehr übrig - alles sei ihn Casinos verspielt worden. er habe "alles verspielt, was ich in die Hände bekam". K. übte in seinem von ihm selbst verlesenen Geständnis zugleich deutliche Kritik am federführenden MDR, dessen Vorschriften "praxisfern" gewesen seien.

Er habe sich überfordert gefühlt, den Betrieb fast im Alleingang aufzubauen und sei in wichtige Entscheidungen dennoch nicht eingebunden worden. Zugleich betonte er, dass außer ihm niemand etwas von dem Millionenbetrug mit Scheinrechnungen gewusst habe. Eine inhaltliche Prüfung hätte durch diejenigen Mitarbeiter, die seine Rechnungen gegengezeichnet haben, nicht stattfinden können.

Er bedaure sein Handeln zutiefst, machte K. am Ende seines Geständnisses deutlich und entschuldigte sich bei Mitarbeitern und Vorgesetzten, deren Vertrauen missbraucht, aber auch Freunden und seiner Familie nicht von den Problemen erzählt zu haben. Alleine habe er keinen Ausweg aus seiner Spielsucht finden können. K. wird vorgeworfen, den Kika seit 2005 insgesamt mehr als vier Millionen Euro durch fingierte Rechnungen betrogen zu haben - die in den Jahren zuvor geschehenen Betrugsfälle werden aufgrund von Verjährung nicht verhandelt.

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