Walter Kehr © ZDF/MDR
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Nach 20 Jahren: ZDF-Sprecher Kehr geht zum MDR

 

Nach den zahlreichen Skandalen im MDR hat sich Intendantin Karola Wille einen gestandenen öffentlichen-rechtlichen Kommunikator ins Haus geholt, um aufzuräumen. Es ist gleichzeitig die erste Personalüberraschung des Jahres: Walter Kehr verlässt das ZDF nach 20 Jahren.

von Thomas Lückerath
10.01.2012 - 13:56 Uhr

Die Mitteilung aus Leipzig war kurz und knapp. Unter der Überschrift "Kehr spricht künftig für den MDR" folgt dann eine der ersten großen Personalmeldungen dieses Jahres. Nach 20 Jahren beim ZDF verabschiedet sich Pressesprecher Walter Kehr vom Mainzer Lerchenberg und nimmt eine neue Herausforderung an. Und die fällt nicht klein aus: MDR-Intendantin Karola Wille berief Kehr zum neuen Hauptabteilungsleiter Kommunikation des zuletzt von Skandalen geplagten MDR. Er folgt auf Dirk Thärichen, von dem sich der Sender nach dem Abschied des früheren Intendanten Udo Reiter getrennt hatte.

Nach dem Umzug von Mainz nach Leipzig wird es ihm an neuer Wirkungsstelle künftig nicht an Arbeit mangeln: Zuletzt machte der MDR so viele Negativschlagzeilen wie keine andere ARD-Anstalt. "Es ist sicherlich eine der spannendsten Aufgaben in der Kommunikation derzeit", sagt Kehr selbst zum Wechsel. Im Gespräch mit DWDL.de räumt er gleichzeitig ein, dass er das ZDF nach so langer Zeit sicher "mit einem weinenden Auge" verlasse. Er tritt seine neue Stelle am 15. Februar an.

Möglicherweise hat Intendantin Wille mit Walter Kehr die bestmögliche Wahl getroffen: Niemand kennt die Kommunikation für eine öffentlich-rechtliche Anstalt intensiver als Walter Kehr und der 57-jährige gelernte Zeitungsmann und Kommunikator alter Schule gehört gleichzeitig zu den dem Medienwandel am aufgeschlossensten gegenüberstehenden Vertretern der Öffentlich-Rechtlichen. Auch das passt zum erklärten Kurs der neuen MDR-Intendantin. Wer hingegen beim ZDF auf Kehr folgt, ist noch nicht bekannt. Spätestens zum Amtsantritt des designierten neuen ZDF-Intendanten Thomas Bellut Mitte März dürfte die Stelle jedoch neu besetzt sein. Wahrscheinlicher ist aber eine Klärung schon in den nächsten zwei bis drei Wochen.

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