Ingo Zamperoni © Screenshot Das Erste
"Möge der Bessere gewinnen"

Zamperoni sorgt mit EM-Verabschiedung für Wirbel

 

Eine "Lawine an Reaktionen" ist am Donnerstag über die Redaktion der "Tagesthemen" hereingebrochen. So mancher Zuschauer störte sich offenbar an den Abschiedsworten von Moderator Ingo Zamperoni im Umfeld des EM-Halbfinals.

von Alexander Krei
29.06.2012 - 14:33 Uhr

Mehr als 24 Millionen Zuschauer verfolgten am Donnerstagabend in der Halbzeitpause des EM-Halbfinals zwischen Deutschland und Italien die "Tagesthemen" im Ersten - und so mancher von ihnen wunderte sich wahrscheinlich über die Worte, die Moderator Ingo Zamperoni am Ende der Sendung wählte. “Und beenden möchte ich diese 'Tagesthemen' – aus gegebenem und persönlichem Anlass – mit Worten des italienischen Dichter-Fürsten Dante: 'Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens'", sagte der Deutsch-Italiener.

Und weiter: "Ich weiß nicht, was Ihnen mein Gesicht jetzt verrät, aber seien Sie versichert, dass ich innerlich ziemlich zerrissen bin. In diesem Sinne: che vinca il migliore, möge der Bessere gewinnen." Was Zamperonis Gesicht tatsächlich verriet, sei mal dahingestellt. Doch seine Verabschiedung sorgte unmittelbar nach Ende der Sendung für reichlich Wirbel. "Wäschekörbeweise" Reaktionen habe man erhalten, schrieb Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell, am Tag danach im "Tagesschau"-Blog und stellte schon in der Überschrift die Frage: "Durfte Zamperoni lächeln?".

Unmittelbar nach Spielschluss sei die "Lawine der Reaktionen" über die Redaktion hereingebrochen. Man habe sich daraufhin selbstkritisch gefragt, ob man einen Fehler gemacht habe. Gniffke: "Ich bin der festen Überzeugung, dass es vollkommen korrekt war, dass Zamperoni in dieser Situation einen solchen Satz sagt." Viele Zuschauer sahen das Problem in Zamperonis Aussage, der Bessere möge gewinnen, wohl darin, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits 2:0 gestanden habe. So mancher Fußballfan habe Gniffke nach der Ausstrahlung ermahnt, Zamperoni zu erklären, "dass er im deutschen Fernsehen tätig ist", schreibt der Chefredakteur nun im Blog.

Ingo Zamperonis umstrittene Verabschiedung (1 Videos)

Seit Gniffke am Freitagvormittag den Blog-Eintrag veröffentlichte, wird unter den Lesern über Für und Wider der Äußerung diskutiert - knapp 300 Kommentare gingen innerhalb der ersten vier Stunden ein, die meisten von ihnen stellen sich aber auch Zamperonis Seite. Wirklich nachvollziehen kann Kai Gniffke die Aufregung ohnehin nicht: "Die Volksseele kocht, und wir lernen, dass Einwandererkinder zwar für Deutschlands Nationalmannschaft kicken dürfen, aber wenn Zamperoni in den 'Tagesthemen' Dante zitiert, ist die nationale Ehre im Eimer."

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