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"Viele haben das Internet nicht verstanden"

Adblock Plus: "Sind nicht die Ursache der Misere"

 

Till Faida, einer der Mitgründer des populären Werbeblockers Adblock Plus, hat auf die Initiative mehrerer Nachrichtenseiten reagiert, die an ihre Nutzer appellieren, auf Werbeblocker zu verzichten. Seiner Ansicht nach liegt das Problem in der Online-Werbeindustrie.

von Uwe Mantel
13.05.2013 - 14:39 Uhr

Die Nachrichten-Websites FAZ.net, Golem.de, Spiegel Online, Süddeutsche.de, RP-Online und Zeit Online haben am Montag eine gemeinsame Aktion gestartet, mit der sie an ihre Nutzer appellieren, auf den Einsatz von Werbeblockern auf deren Seiten zu verzichten. Derzeit hat demnach rund jeder Vierte die Werbung ausgeblendet, was die Finanzierung der bislang in der Regel kostenfreien Angebote erschwere. Till Faida, Mitgründer von Adblock Plus, will sich den Schwarzen Peter allerdings nicht zuschieben lassen.

Adblock Plus sei nicht die Ursache der Einnahmemisere, heißt es in einer Pressemitteilung. Die hohen Nutzerzahlen von Werbeblocker habe sich die Online-Werbeindustrie vielmehr selbst zuzuschreiben. Sie sei "zu einem großen Teil noch nicht innovationsfreundlich genug, um sich auf Alternativen zu blinkenden Bannern einzulassen". Viele hätten das Internet nicht verstanden, sondern würden versuchen, das Konzept der TV-Werbung zu kopieren. "Das Internet aber ist ein demokratisches Medium, Nutzer lassen sich hier nichts aufzwingen und können mit Hilfe von Tools wie Adblock Plus selbst entscheiden, wann und welche Art von Werbung sie bereit sind, zu akzeptieren", so Faida.

Da man sich aber bewusst sei, dass Qualitätsjournalismus auch im Netz durch Werbung finanziert werden müsse, habe man schon 2011 die "Acceptable-Ads-Initiative" ins Leben gerufen. Werbung, die unaufdringlich gestaltet und von der Adblock-Plus-Community als akzeptabel eingestuft wird, wird standardmäßig dadurch nicht mehr blockiert. Was als akzeptabel gilt, legt die Community dabei selbst fest. So zertifizierte Werbung erreiche eine größere Reichweite und 15 bis 20 Prozent mehr Klicks als andere Werbeformen.

"Wir rufen daher alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen und Werbung nicht gegen sondern für den Nutzer zu machen. Nur so können Menschen im Internet erreicht werden", so Faida. Die Kampagne der Nachrichtenseite begrüße man daher auch, weil sie letztlich die Aufmerksamkeit auf das Thema User-Zufriedenheit mit Online-Werbung lenken würde.

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