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Programmpräsentation 2013/14

ProSieben hofft auf Sitcoms, baut auf Olli Schulz

 

Bei ProSieben blickt man nach den LA-Screenings frohen Mutes auf die neue Saison und hofft vor allem auf Erfolge unter den zahlreichen Neuvorstellungen, dreht mit Bully aber auch eine eigene. Außerdem setzt man Claudia Schiffers "Fashion Hero" und ein eigenes Format für Olli Schulz

von Uwe Mantel
26.06.2013 - 21:40 Uhr

ProSieben bestreitet inzwischen drei Abende und annähernd die komplette Daytime mit US-Sitcoms - und fährt damit derzeit richtig gut. Anders als Sat.1 und RTL hat man nicht mit einem rapiden Quotenverfall zu kämpfen - insofern ist es verständlich, dass Senderchef Wolfgang Link in erster Linie auf ein "Weiter so" setzt. Von den LA-Screenings, wo die US-Sender ihre neuen Formate für die neue Saison vorstellten, kam Link jedenfalls hochzufrieden zurück.

Und so nennt er etliche neue Sitcoms, die gut ins ProSieben-Programm passen würden: "Dads", "Undateable", "Surviving Jack", "Friends with Better Lives", "The Millers" oder "Mom", der neueste Streich von Chuck Lorre, der auch für "Two and a half Men", "The Big Bang Theory" und "Mike & Molly" verantwortlich zeichnet. Konkret wird Link aber bis auf "The Millers", das in jedem Fall bei ProSieben laufen soll, noch nicht: Mehr als eine Pilotfolge hat man von all diesen Formaten bislang schließlich nicht gesehen - und die Nagelprobe beim amerikanischen Publikum steht noch völlig aus.

ProSiebenSat.1 hat Zugriff auf die Sitcoms, welche dann tatsächlich auf welchem Sender zum Einsatz kommen, ist aber noch unklar. Abseits der Sitcoms kündigt ProSieben als einzige Serie "Under the Dome" von Steven Spielberg und Stephen King an, das gerade erst in den USA gestartet ist und noch im Sommer im Rahmen einer Event-Programmierung am Mittwochabend zu sehen sein wird. Ansonsten liegt das Genre bei ProSieben was Neustarts angeht vorerst weiter brach. Derzeit hat ProSieben aber auch schlicht gar keinen Sendeplatz dafür - außer den sehr unglücklichen am späten Freitagabend, wo zuletzt reihenweise Formate gefloppt sind.

Auch bei den Eigenproduktionen setzt ProSieben vorwiegend auf den Bereich Comedy - und da ist ProSieben-Chef Wolfang Link vor allem auf einen Rückkehrer stolz: "Ganz besonders freue ich mich, dass Michael 'Bully' Herbig nach fünf Jahren Fernsehpause wieder auf ProSieben sein wird. Bully macht für uns zum ersten Mal eine Sitcom. Wunderbar." Wie in den USA wird vor Publikum aufgezeichnet, das Konzept umreißt Link so: "Bully spielt Bully."

"Circus HalliGalli" geht natürlich weiter, zudem bekommt nun auch Olli Schulz ein eigenes Fromat. In "Schulz in the Box" wird er in einer Frachtkiste an einem unbekannten Ort ausgesetzt und muss dann "ganz besondere Aufträge" erfüllen, wie es seitens des Senders heißt. Endlich Wirklichkeit werden soll auch das schon vor langer Zeit angekündigte Comedy-Experiment "antisocial network" mit Simon Gosejohann. Das Konzept: Der Social-Media-Account eines Kandidaten wird für eine Woche übernommen, ohne dass die Freunde davon wissen.

Im Show-Bereich setzt man neben "The Voice of Germany", den Raab-Events und "Germany's Next Topmodel" auf das bereits angekündigte Format "Fashion Hero" mit Claudia Schiffer als Mentorin für junge Designer. Das Besondere: Die in der Sendung kreierte Mode kommt direkt in die Läden. In den USA war der Sendung bei NBC allerdings kein allzu großer Erfolg beschieden, ob das in Deutschland anders wird, muss sich also erst noch zeigen.

Klarheit herrscht unterdessen über das schon angekündigte weitere Format anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl: In "Task Force Berlin" treffen Gentleman, Sophia Thomalla, Rebecca Mir und Nikeata Thompson auf deutsche Politiker und stellen ihnen Fragen, die sie zuvor bei jungen Menschen gesammelt haben. Damit knüpfe man an das preisgekrönte "Sido geht wählen" vor der letzten Bundestagswahl an. Außerdem geht "Absoulte Mehrheit" weiter, Raab veranstaltet wieder seine "TV Total Bundestagswahl" und er ist bekanntlich einer der Moderatoren des "TV-Duells", das von Sat.1 zu ProSieben wandert. Link: "ProSieben erreicht mehr als doppelt so viele junge Zuschauer wie die öffentlich-rechtlichen Sender zusammen. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Deshalb besetzen wir regelmäßig in unseren Magazinen politische Themen. Im Wahljahr wollen wir mit unserer Berichterstattung junge Menschen ermuntern, ihre Stimme abzugeben."

Das ist natürlich aller Ehren wert - doch entscheidend für den Erfolg von ProSieben bleibt kurzfristig, ob man weiter erfolgreich auf der Sitcom-Welle schwimmen kann. Solange das so bleibt, hat ProSieben keine Probleme. Ebbt die Sitcom-Welle ab, werden sie nach der Ausbreitung des Genres in den letzten Jahren aber um so größer sein.

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