Niki Lauda auf Titanic-Cover © Titanic
Beschwerde beim Presserat

"Pietätlos": Niki Lauda empört über "Titanic"-Cover

 

"So schlimm erwischte es Schumi" schreibt die Satire-Zeitschrift "Titanic" auf ihrem Cover - und zeigt ein Foto von Niki Lauda. Der zeigte sich emöprt. Inzwischen liegt dem Deutschen Presserat bereits eine Beschwerde vor.

von Alexander Krei
05.02.2014 - 10:58 Uhr

Mehr als einen Monat nach seinem schweren Ski-Unfall liegt der ehemalige Formel-1-Pilot Michael Schumacher weiter im Koma. Viele Medien schienen sich in den vergangenen Wochen mit Berichten über den Gesundheitszustand gegenseitig überbieten zu wollen. Und nun mischt sich auch noch "Titanic" ein. Auf dem Februar-Cover des Satire-Magazins ist ein Bild von Niki Lauda zu sehen, versehen mit dem Text: "Exklusiv! Erstes Foto nach dem Foto nach dem Unfall: So schlimm erwischte es Schumi!".

Lauda selbst zeigte sich gegenüber dem österreichischen Gratis-Blatt "Heute" entsetzt. "Das Cover ist eine bodenlose Frechheit, absolut indiskutabel und völlig pietätlos. Wer bitte druckt so einen Schwachsinn?", so die österreichische Formel-1-Legende, die einst bei einem Unfall auf dem Nürburgring schwere Brandverletzungen erlitt. In der Vergangenheit hatte "Titanic" immer wieder mit provokanten Titelseiten die Gemüter erhitzt. Vor zwei Jahren sorgte etwa ein Cover für Wirbel, das den damaligen Papst mit verschmutzter Soutane zeigte.

Nun also Wirbel und Michael Schumacher und Niki Lauda. "Die Kritik von Herrn Lauda macht uns betroffen", zitiert "Spiegel Online" den neuen "Titanic"-Chefredakteur Tim Wolff. "Immerhin gelang es uns, als erstes Boulevardmedium noch vor 'Bild', 'Bunte' und der 'Tagesschau' ein Foto des verunfallten Nationalhelden Michael Schumacher zu veröffentlichen." Man habe Laudas Äußerungen "mit Erstaunen" zur Kenntnis genommen. Ob man in der Frankfurter "Titanic"-Redaktion tatsächlich überrascht gewesen ist, sei aber mal dahingestellt.

"Wir haben unter Einhaltung der üblichen journalistischen Moralstandards einen Investigativ-Reporter als Krankenschwester verkleidet und in die Grenobler Klinik geschickt", so das Blatt in einer Mitteilung. "Sollte es dabei zu einer tragischen Verwechslung mit einem anderen prominenten Crashpiloten gekommen sein, bedauern wir das ein bisschen." Im Heft-Inneren bietet "Titanic" übrigens eine Anleitung, wie Eltern ihren Kindern Schumachers Unfall "mit Spiel und Spaß" erklären können, unter anderem mit einem Helm-Puzzle ("Bereitet wenig Kopfzerbrechen").

Ob das umstrittene Cover ohne Folgen bleiben wird, darf unterdessen bezweifelt werden. Dem Deutschen Presserat liegt nämlich bereits eine Beschwerde vor, bestätigte eine Sprecherin des Gremiums am Mittwoch gegenüber "Horizont.net".

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