Als Julia Jäkel wenige Monate nach dem Amtsantritt an der Spitze von Gruner + Jahr im vergangenen Jahr ihre Zukunftsvision für den Verlag ("Communities of Interest") präsentierte und dabei den Münchener Ableger G+J Entertainment Media nicht einmal erwähnte, war klar, dass der Fachverlag mit Titeln wie „Blickpunkt:Film“, „VideoMarkt“, „MusikWoche“, „GamesMarkt“ und der digitalen B2B-Dachangebot mediabiz.de sowie Publikumsmedien wie „Treffpunkt Kino“ und „kino.de“ keine große Zukunft unter dem Dach von Gruner + Jahr zu erwarten hat. Der erst 2007 übernommene Fachverlag hatte in den Zukunftsplänen von Gruner + Jahr keinen Platz mehr. Schon wenige Wochen später, im vergangenen Oktober, wurde in Folge dessen bekannt, dass der langjährige Geschäftsführer von G+J Entertainment Media, Peider Bach, angesichts der fehlenden Unterstützung aus Hamburg die Segel streicht und seinen Vertrag gekündigt hat.



Ein von Gruner + Jahr angestrebter Verkaufsprozess des Münchener Verlages war in der Branche zuletzt ein offenes Geheimnis. Am Dienstagvormittag wurden die Mitarbeiter von G+J Entertainment Media vor Ort in München darüber informiert, dass jetzt ein Käufer für den Verlag gefunden wurde: Busch Business Media, ein Unternehmen des Kölner Verlegers Timo Busch, erwirbt zum 01. Juli 2014 sämtliche Anteile der G+J Entertainment Media GmbH von Gruner + Jahr. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nach DWDL.de-Informationen soll ein höherer einstelliger Millionenbetrag geflossen sein. Von Verleger Timo Busch gibt es dazu keinen Kommentar. Busch Business Media will die G+J Entertainment Media GmbH am Standort München weiterführen und zusammen mit eigenen Aktivitäten ausbauen.

Timo Busch© Busch Business Media
„Mit der G+J Entertainment Media GmbH gewinnen wir nicht nur etablierte Marken, sondern vor allem ein sehr erfahrenes Team. Wir sind uns der langen Tradition des Hauses bewusst und freuen uns, den Verlag als Teil von Busch Business Media weiterzuentwickeln“, so Timo Busch (Foto) zur Übernahme. Hinter der Busch Business Media steht mehrheitlich mit 80 Prozent Timo Busch persönlich. Darüber hinaus sind zwei weitere private Finanzinvestoren sowie die Mönchengladbacher Impress Media GmbH beteiligt.

Busch kündigt im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de an: „Wir wollen massiv investieren - in Technik und Inhalte.“ Anfang 2015 sollen die bestehenden Marken des Verlages gerelauncht werden. „Wir verstehen uns als Partner der Entertainment-Branche“, erklärt Busch und kündigt auch einen allerdings nicht näher definierten inhaltlichen Ausbau des Angebots über die bestehenden Themen-Gebiete hinaus an. Einen Nachfolger für den ausscheidenden Geschäftsführer Peider Bach will Busch in Kürze präsentieren. Busch selbst ist im Bereich der Entertainment-Publikation kein unbekannter Name. Der 31-Jährige hatte bereits vor mehr als 10 Jahren die Kino-Zeitschrift "Kino & Co" gegründet und sie bis 2010, zum Verkauf an die S&L Mediengruppe, als Herausgeber geführt.