Musikantenstadl © ORF/Milenko Badzic
Offener Brief auf Facebook

Andy Borg will um den "Musikantenstadl" kämpfen

 

Bislang hielt sich Andy Borg aus der Diskussion um die Zukunft des "Musikantenstadls" heraus. Auf Facebook hat der Moderator jetzt jedoch sein Schweigen gebrochen. Gemeinsam mit Zuschauern will er um den Erhalt kämpfen.

von Alexander Krei
31.10.2014 - 15:44 Uhr

Seit Jahren gibt es immer wieder Gerüchte um ein mögliches Aus des "Musikantenstadls". Erstmals hat sich nun auch Moderator Andy Borg zu Wort gemeldet. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Borg einen langen Text, in dem er sich in erster Linie an Fans der Volksmusik-Show wendet. "Es lohnt sich immer, für eine Überzeugung, für eine Sache, erst recht für unseren Stadl zu kämpfen", so Borg, der zugleich auf die Facebook-Seite "Wir sagen Ja zum Musikantenstadl" verlinkt. Es sage sich immer so leicht, man sollte aufhören, wenn es am Schönsten sei, "aber was bringt es den Zuschauern tatsächlich", wenn die Mutter aller Volksmusikshows im deutschen Fernsehen ersatzlos gestrichen werde, fragt Borg und liefert die Antwort gleich mit.

"Für den Stadl spricht, dass er nach wie vor zu den erfolgreichsten und beliebtesten Samstagabend-Unterhaltungsshows zählt. Er ist die letzte große Volksmusikshow im deutschsprachigen Fernsehen und er verfügt über eine Stammseherschaft wie kaum eine andere Samstagabend-Show", so der Moderator. "Dass der Musikantenstadl die letzte und derzeit einzige Dreiländer-Eurovisionsshow am Samstagabend im deutschsprachigen Fernsehen ist, sei nur am Rande erwähnt. Der Musikantenstadl ist außerdem die einzig verbliebene Volksmusik-Show, in der noch Talente gefördert werden, und somit eine der letzten TV-Plattformen für vielversprechende Musikkarrieren."

Das Argument, der "Stadl" spreche nur ältere Zuschauer an, will Andy Borg jedenfalls nicht gelten lassen. "Das Durchschnittsalter der Zuschauer müsse nach unten korrigiert werden, höre ich immer wieder hinter vorgehaltener Hand. Ich bin aber stolz darauf, sagen zu dürfen, dass unsere Stadl-Zuschauer im Schnitt 68 Jahre jung sind", schreibt Borg auf seiner Facebook-Seite. "Manche mögen eine solche Aussage vor dem Hintergrund eines weiter um sich greifenden Jugendwahns in unserer Gesellschaft sehr mutig finden, ist sie aber ganz und gar nicht. Es ist meine feste Überzeugung, dass wir gerade diese Menschen, die aufgrund des demografischen Wandels eine immer größere Gemeinschaft bilden, und wie jeder andere Gebührenzahler, egal welchen Alters, Anspruch auf gute Fernsehunterhaltung haben, nicht vernachlässigen dürfen."

In diesem Zusammenhang fragt Borg, ob vier Millionen Zuschauer, die den "Musikantenstadl" noch immer sehen, irren können. "Ja, sagt das deutsche Feuilleton, dem die Haare schon bei Nennung unseres Sendenamens zu Berge steht. Nein, sage ich, weil wir authentisch sind und ein auf die Bedürfnisse unseres Publikums zugeschnittenes professionelles Unterhaltungsangebot präsentieren. Das zum Leidwesen mancher Kritiker und Gegner auch nach über drei Jahrzehnten noch erfolgreich ist." Hätte er drei Wünsche frei, so wäre einer davon, älteren Zuschauern gegenüber mehr Toleranz zu zeigen. Zugleich wünsche er sich "eine Tonträger-Industrie, die endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen möge und nicht weiter tatenlos zusieht, wie eine TV-Musikbühne nach der anderen vom Bildschirm verschwindet".

Zuletzt hatte es im Sommer Gerüchte über ein nahendes "Musikantenstadl"-Aus gegeben. Dabei wollte der Bayerische Rundfunk die Diskussion erst im Frühjahr durch die Vertragsverlängerung bis Ende 2015 beruhigen - offenbar ohne Erfolg. Eine österreichische Fernsehzeitschrift will erfahren haben, dass die "Starnacht" des ORF den über drei Jahrzehnte alten "Stadl" ersetzen soll. Der BR wollte sich dazu allerdings nicht äußern.


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