Germany's Next Topmodel 2015 © ProSieben
Zusammenhang mit Essstörungen?

Medienhüter wollen "Topmodels" überprüfen lassen

 

Zehn Jahre nach ihrem Start soll die Kommission für Jugendmedienschutz die ProSieben-Show "Germany's next Topmodel" auf "mögliche entwicklungsbeeinträchtigende Wirkungen" hin prüfen. ProSieben weist die Kritik zurück.

von Alexander Krei
09.05.2015 - 18:31 Uhr

Seit zehn Jahren befindet sich "Germany's next Topmodel" inzwischen im Programm von ProSieben. Eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) hat kürzlich wieder altbekannte Kritik laut werden lassen, weil diese einen Zusammenhang zwischen Essstörungen und der Castingshow erkannt haben will. Nun wird das Format tatsächlich auf eine womöglich jugendgefährdende Wirkung geprüft. Das bestätigte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die MABB will "Germany's next Topmodel" in die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) einbringen, erklärte eine Referentin gegenüber dem Blatt. Zuvor hatte sich der Verein Pinkstinks in einer Online-Petition für die erneute Kontrolle stark gemacht. "Sollte die KJM zu dem Ergebnis gelangen, dass durch die Sendungen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung negativ beeinträchtigt werden könnten, werden die entsprechenden medienrechtlichen Maßnahmen gegenüber ProSieben eingeleitet", hieß es von Seiten der Medienhüter. Bußgelder oder eine Beschränkung der Sendezeit könnten die Folge sein.

Zwar verweist die Anstalt darauf, dass "Germany's next Topmodel" bereits seit Beginn der Ausstrahlung im Fokus der Medienaufsicht stehe - negative Folgen hatte ProSieben bislang allerdings nicht zu befürchten, auch wenn außer Frage stehe, "dass das über den Inhalt vermittelte Schlankheitsideal durchaus kritisch zu bewerten" sei. "Insofern sind wir an den aktuellen Studienergebnissen sehr interessiert. Diese werden in der aktuellen Bewertung Berücksichtigung finden", so die MABB-Referentin in der "NOZ". ProSieben bewertet die Studie hingegen erwartungsgemäß kritisch. "Wenn man die Studie der IZI komplett und nicht nur die Zusammenfassung liest, kommt man im Übrigen zu einem schlichten Ergebnis: Es ist sehr logisch, dass das Fernsehprogramm, das in Deutschland bei jungen Menschen am beliebtesten ist, am häufigsten genannt wird", erklärte der Sender, der eine methodische Fragwürdigkeit sieht.

Der Prüfung steht ProSieben optimistisch gegenüber. "Die KJM muss jedes Programm überprüfen, wenn sich ein Zuschauer beschwert", betonte ein Sendersprecher und verwies zugleich darauf, dass "Germany's next Topmodel" immer wieder eine Botschaft sende: "Gesunde Ernährung und Sport sind wichtig für den Beruf eines Models. Gesunde Ernährung und Sport sind wichtig, wenn man in Schule, Wettkampf oder Beruf gefordert wird." Bleibt abzuwarten, ob die Medienhüter das genauso sehen.

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