Xtra © DuMont
Aus nach 14 Monaten

DuMont zieht bei "Xtra" endgültig den Stecker

 

Im Oktober 2014 wollte DuMont mit einer neuen Tageszeitung jüngere Leser erreichen. Doch mangels Erfolg wurde "Xtra" zunächst zur Wochenzeitung, dann zum rein digitalen Angebot - und nun ist auch damit Schluss. Die Überbleibsel erbt der "Express"

von Uwe Mantel
29.12.2015 - 16:03 Uhr

Kurz vor Jahresende hat der Kölner DuMont-Verlag sein Projekt "Xtra" endgültig zu den Akten gelegt. Auf DWDL.de-Anfrage bestätigt man: "Der Markttest von 'Xtra' ist beendet". Gestartet war "Xtra" im Herbst vergangenen Jahres noch überaus ambitioniert: Mit einer werktäglich erst um 15 Uhr in Köln erscheinenden Tageszeitung wollte DuMont jüngere Zielgruppen für Print erschließen. Doch der stets aufgedruckte Verkaufspreis von 50 Cent wurde nie verlangt, die Tageszeitung verharrte stets in der kostenfreien Einführungsphase.

Nach fünf Monaten kam stattdessen bereits wieder das Aus für die Tageszeitung. "Xtra" erschien fortan gedruckt nur noch als dünnes Wochenblättchen, das ungefragt in einer Auflage von 150.000 Exemplaren an Haushalte in Köln verteilt wurde. Zum Kern erklärte man schon damals Website und Apps. Der erhoffte Erfolg stellte sich offenbar auch hier nicht ein: Ende Juli wurde das Print-Produkt vollends vom Markt genommen. Die "Insider-Ausgehtipps und jungen News" wurden seither nur noch online verteilt. Doch die Zahl der Facebook-Fans und Twitter-Follower blieb weiterhin sehr überschaubar.

Und so wird "Xtra" das Jahr 2016 nun also gar nicht mehr erleben. Facebook-Seite und Twitter-Account sind schon gelöscht, wer xtra.koeln aufruft, landet auf der Seite des "Express". Der soll im kommenden Jahr auch im Fokus stehen, wie der Verlag erklärt: "2016 konzentrieren wir uns auf die Digitale Transformation der Kernmarke 'Express'. Die positiven Erkenntnisse, die wir durch den 'Xtra'-Markttest gewonnen haben, zahlen künftig auf den 'Express' ein. Die Veranstaltungs-Datenbank, die über 'Xtra' zur Verfügung gestellt wurde, wird nun über express.de ausgespielt." Erstellt wurde das 'Xtra'-Angebot ohnehin auch zuletzt schon unter dem Dach des "Express", an Digitalauftritt und Facebook-Seite arbeiteten DuMont zufolge zwei Mitarbeiter. Ein Stellenabbau ist mit der Aufgabe der Marke "Xtra" nach Verlagsangaben nicht verbunden.

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