ZDF-Intendant Thomas Bellut © ZDF/Benno Kraehahn
Nach Olympia-Aus bei ARD und ZDF

Bellut sieht Umbruch im Markt der Sportrechte

 

Große Medienkonzerne fernab der Öffentlich-Rechtlichen könnten sich auch in Zukunft stärker engagieren, wenn es an die Ausschreibung von großen Sportereignissen geht. Das glaubt zumindest ZDF-Intendant Thomas Bellut.

von Timo Niemeier
07.12.2016 - 13:39 Uhr

Die Olympischen Spiele sowie Welt- und Europameisterschaften im Fußball sind bei ARD und ZDF zu sehen, das war bislang ein ungeschriebenes Gesetz. Ein Gesetz, dass durch Discovery jetzt gebrochen wurde. Der Medienkonzern wird die Olympischen Spiele bis 2024 in den eigenen Programmen Eurosport und DMAX zeigen, ARD und ZDF sind raus. Im Interview mit der dpa hat ZDF-Intendant Thomas Bellut nun noch einmal unterstrichen, dass man nicht dazu bereit war, das von Discovery geforderte Geld zu zahlen. "Ich bin der erste Intendant des ZDF, der sagen muss, wir haben die Olympia-Rechte nicht mehr. Das tue ich nicht gern. Aber der Unterschied zwischen dem, was wir zahlen konnten und dem, was gefordert wurde, war immens - im hohen zweistelligen Millionen-Bereich." Das widerlege laut Bellut auch das Vorurteil, ARD und  ZDF würden den Markt immer leer kaufen.


Und auch beim Rechtepoker für andere sportliche Großereignisse, fernab von Olympia, kann sich Bellut vorstellen, dass es in Zukunft schwieriger wird. "Ich schließe nicht aus, dass sich wie jetzt bei Olympia große, multinationale Konzerne engagieren werden", so der ZDF-Intendant gegenüber der Nachrichtenagentur. Die kommenden Fußball-Turniere 2018 (WM in Russland) und 2020 (EM in verschiedenen europäischen Ländern) werden aber noch bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sein, für die Zeit danach gibt es noch keine Entscheidung.

Aber noch einmal kurz zurück zu Olympia: So schmerzhaft der Verlust der Rechte für ARD und ZDF auch war, Bellut sieht darin keine "existenzielle Bedrohung" - schon gar nicht aus Quotensicht. "Wer glaubt, Olympia sei für die Quote bedeutend, der täuscht sich: Drei der vier Spielorte, um die es ging, liegen in Asien. Das ist für das Fernsehen hier eine extrem ungünstige Sendezeit." Man sei auch weiterhin "ausreichend" mit Sportrechten der verschiedensten Art ausgestattet, sagt Bellut und schickt einen kleinen Gruß an das Olympische Komitee: "Wir werden viel dafür tun, dass uns das Internationale Olympische Komitee ordentlich vermissen wird."

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