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Programmprämien erstmals vergeben

ARD schüttet 3,2 Mio. Euro an Produzenten aus

 

Bereits vor einem Jahr angekündigt und nun tatsächlich umgesetzt: Die ARD hat 3,2 Millionen Euro für die erfolgreichsten Produktionen des Jahres ausgeschüttet. Dazu zählen unter anderem "Weissensee", "Sturm der Liebe", "Schloss Einstein", "PussyTerror TV", "Wer weiß denn sowas XXL" und viele weitere.

von Timo Niemeier
02.02.2017 - 06:00 Uhr

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Lange haben ARD und Produzentenallianz verhandelt, Anfang des vergangenen Jahres konnte aber schließlich doch Vollzug gemeldet werden. Seitdem ist die Selbstverpflichtungserklärung "Eckpunkte 2.0" gültig. Diese besagt unter anderem, dass die ARD in den Jahren 2017 bis 2020 jeweils 3,2 Millionen Euro für die erfolgreichsten Produktionen ausschüttet und damit den jeweiligen Produzenten unter die Arme greift. Insgesamt beträgt das Fördervolumen damit 12,8 Millionen Euro.

Da Erfolg nicht immer leicht zu definieren ist, haben sich ARD und Produzentenallianz vor einem Jahr auf ein umfangreiches Punktmodell geeinigt. Demnach erhalten Erstausstrahlungen und Wiederholungen von Produktionen eine gewisse Punktzahl. Auch wenn Sendungen mit Preisen ausgezeichnet werden, zahlt das auf das Konto der Produzenten ein. Ganz nebenbei haben ARD und Produzentenallianz damit auch die Wertigkeit von TV-Auszeichnungen bestimmt. Hier gilt: Fernsehpreis schlägt Grimme-Preis (DWDL.de berichtete). Die zehn Produktionen, die am Ende in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Dokumentation, Serie, lange Unterhaltung (ab 46 Minuten), kurze Unterhaltung (bis 45 Minuten) und Kinder/Animation am besten abgeschnitten haben, erhalten anteilig das Geld. Für die Serien gibt es so 100.000 Euro pro Produktion, bei der kurzen Unterhaltung immerhin noch 20.000 Euro.

Am Donnerstag hat die ARD-Vorsitzende Karola Wille die Programmprämien erstmals vergeben. Wie angekündigt, wurden die Produktionsfirmen der besten 70 Produktionen mit insgesamt 3,2 Millionen Euro bedacht. Und zu den erfolgreichsten Produktionen gehören unter anderem "Weisensee" (Ziegler Film), "Um Himmels Willen" (ndf), "Vorstadtweiber" (MR-Film), "Sturm der Liebe" (Bavaria Fernsehproduktion), "Tatortreiniger" (Letterbox Filmproduktion, Nordfilm) und die "Lindenstraße" (GFF-Hans W. Geißendörfer). Sie alle fallen in die Kategorie Serie und die Produzenten erhalten damit jeweils 100.000 Euro. Neben Programmen aus der Primetime sind also auch Daytime-Programme mit ihrer deutlich höheren Schlagzahl in der Auflistung vertreten.

Im Bereich Kinder/Animation haben es unter anderem "Schloss Einstein" (Saxonia Media Filmproduktion) und das "Sendung mit der Maus"-Spezial zum Thema "Was ist Kinderarmut?" (WDR/Trickstudio Lutterbeck) geschafft. Sie erhalten je 20.000 Euro. In der Kategorie Unterhaltung (kurz) sind die erfolgreichsten Programme unter anderem "PussyTerror TV" (Brainpool), "Nightwash" (Brainpool) und "Das Lachen der Anderen" (SEO Entertainment). Die erfolgreichsten langen Unterhaltungsformate sind unter anderem "Helene Fischer - Weihnachten" (Kimmig Entertainment), "Hirschausens Quiz des Menschen" (Ansager & Schnipselmann), "Gefragt - Gejagt XXL" (ITV Studios), "Wer weiß denn sowas XXL" (UFA Show & Factual). Für die kurze Unterhaltung gibt es jeweils 20.000, für die lange 60.000 Euro. Bei den Spielfilmen wurden neben "Oh Boy" (Schiwago Film) auch "Nackt unter Wölfen" (MDR/ARD Degeto/WDR/SWR/BR/UFA Fiction/MIA Film) und "Meine Tochter Anne Frank" (AVE publishing) mit jeweils 60.000 Euro bedacht. 

Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, sagt, dass für seine Branche heute ein wichtiger und großer Tag sei. "Erstmals  können die Produzenten jetzt am Erfolg ihrer Werke teilhaben: An einer besonders intensiven programmlichen Nutzung – also an der Zahl der Wiederholungen, die ja der Ausdruck der Beliebtheit der Programme ist. Und an der künstlerischen Anerkennung – also an den Film- und Fernsehpreisen und dem Erfolg auf Festivals. Wie wir wissen, sind diese beiden Kriterien nicht automatisch deckungsgleich. Deshalb war es eine kluge und sachgerechte Entscheidung, das Leistungsmodell auf diese beiden Säulen zu stellen."

"Das Leistungsmodell zielt darauf ab, Produzenten dabei zu unterstützen, noch mehr innovative und wettbewerbsfähige Qualitätsproduktionen für die ARD zu entwickeln", so die ARD-Vorsitzende und Filmintendantin Karola Wille: "Mit der ARD-Programmprämie haben wir ein neues Modell für eine besondere Würdigung von öffentlich-rechtlicher Programmqualität etabliert. Ich gratuliere allen Ausgezeichneten herzlich und freue mich auf spannende, zukunftsweisende neue Produktionen, die nun mit Hilfe der ARD-Programmprämie angeschoben werden."

Die komplette Übersicht über die erfolgreichsten Produktionen aus allen Genres finden Sie auf Seite zwei.

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