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Focus - Berlin - München © Burda
Burda kündigt Entlassungen an

"Focus" schließt Büros in München und Düsseldorf

 

Für die "Focus"-Belegschaft gibt es mal wieder schlechte Nachrichten: Das Nachrichtenmagazin schließt seine Büros in München und Düsseldorf und entlässt im Zuge dessen neun Mitarbeiter. Weitere können gegen Zahlung einer Abfindung gehen.

von Alexander Krei
30.03.2017 - 13:32 Uhr

Seit 2012 baut der "Focus" Stück für Stück seinen Berliner Standort aus. Vor einem Jahr folgte der nächste große Schritt. Seither arbeiten bereits etwa drei Viertel aller Mitarbeiter in der Bundeshauptstadt, darunter auch die gesamte Produktion und der größte Teil der Redaktion. Ab Mai soll das Nachrichtenmagazin sogar komplett in Berlin entstehen und die Teilung der Redaktion in mehrere Standorte schrittweise aufgehoben werden. Das bedeutet die endgültige Schließung der Redaktions-Büros in München und Düsseldorf.

Einen entsprechenden Bericht der Kollegin Ulrike Simon für das Redaktionsnetzwerk Deutschland bestätigte eine Burda-Sprecherin am Donnerstag gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. Durch die Schließung müssen demnach voraussichtlich neun Mitarbeitern betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Doch das alleine reicht kaum aus. Und so wird weiteren Mitarbeitern das Angebot unterbreitet, gegen die Zahlung einer nicht näher bezifferten Abfindung freiwillig zu kündigen. Im Gegenzug will "Focus" künftig stärker mit dem 2015 geschaffenen Netzwerk aus freien Autoren, Korrespondenten und Experten arbeiten.

"Die Redaktion verliert nicht irgendwelche Arbeitsplätze, sie verliert Kollegen. Das schmerzt die betroffenen Mitarbeiter - und die gesamte Reaktion", sagte "Focus"-Chefredakteur Robert Schneider. "Die Schließungen des Münchner und Düsseldorfer Büros tragen allerdings auch dem neuen Charakter des Nachrichtenmagazins Rechnung. Das Heft entsteht in Berlin. Von dort aus recherchiert, schreibt, plant und baut die Redaktion das komplette Heft. Von dort aus nimmt sie alle wichtigen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen der Republik wahr."

Der Umbruch werde die Redaktion "wirklich fordern", mahnte Schneider, der seit dem vergangenen Jahr versucht, den seit Jahren fortschreitenden Niedergang des "Focus" in Grenzen zu halten. "Er bedeutet aber auch eine große Chance, das Heft noch zupackender, aufregender und unverwechselbarer zu machen." Das ist angesichts der inzwischen oft erschreckend niedrigen Verkaufszahlen auch dringend geboten. Intern soll indes eine neue Redaktionsstruktur helfen: So wird beim "Focus" künftig anstatt in elf nur noch in drei übergreifenden Ressorts gearbeitet - nämlich "Politik und Wirtschaft", "Wissen und Gesundheit" sowie "Kultur und Leben".

BurdaNews-Geschäftsführer Burkhard Graßmann: "'Focus' ist eine profitable Medienmarke. Das soll auch für die Zukunft so bleiben, die Strukturen stammten jedoch in Teilen noch aus der Gründungszeit von 'Focus' in den 90er Jahren." Ulrike Simon verweist in ihrer Medienkolumne allerdings darauf, dass die Betonung auf "Marke" liege, schließlich seien nur die Ableger - also etwa "Focus Money" oder "Focus Gesundheit" - wirklich profitabel. Weil diese aber nichts ohne das Muttermagazin wären, werde "Focus" am Leben gehalten, schreibt sie.

Graßmann betont indes, man habe sich entschieden, "proaktiv die Voraussetzungen zu schaffen für ein funktionierendes modernes Nachrichtenmagazin, das auch unter wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen beste journalistische Qualität bietet". Und weiter: "Dass mit diesen notwendigen Veränderungen der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist, tut uns aufrichtig Leid. Wir tun unser Bestes, damit der Übergang für jeden betroffenen Kollegen akzeptabel ist."

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