Champions League © UEFA
Rechte-Poker in entscheidender Phase

Champions League: DAZN gibt sich selbstbewusst

 

Im Poker um die TV-Rechte an der Champions League steht eine Entscheidung kurz bevor. Sky und ZDF sind in Alarmbereitschaft, weil mit DAZN ein bislang unbedeutender Player die bisherige Rechtehalter mit viel Geld auszubooten droht.

von Alexander Krei
14.04.2017 - 08:03 Uhr

Eigentlich war die Bekanntgabe der neuen TV-Rechteinhaber der Champions League bereits für diese Woche erwartet worden. Doch nun, kurz vor Ostern, hat die UEFA noch immer keine Entscheidung verlauten lassen. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Perform Group mit ihrem noch jungen Sport-Streamingdienst DAZN den Markt derzeit gehörig aufmischt. Die Champions League hat für DAZN auch deshalb momentan höchste Priorität, weil es das letzte bedeutende Fußball-Recht ist, das für die kommenden Jahre noch nicht vergeben worden ist.

Medienberichten zufolge soll der UEFA für den deutschen Markt ein Angebot vorliegen, das deutlich über dem der Konkurrenz liegt und von DAZN stammen könnte. Im Gespräch mit dem NDR-Medienmagazin "Zapp" gab sich Kay Dammholz, Managing Director Rights & Distribution bei DAZN, schon mal erstaunlich gelassen. "Wir schätzen unsere Chancen recht gut ein", sagte er selbstzufrieden lächelnd und verwies wenig später darauf, "finanzkräftig genug" zu sein.

Das mag niemand bezweifeln, immerhin gehört die Perform Group mehrheitlich der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft eines Milliardärs - auf diese Weise könnte es DAZN also locker aufnehmen mit der Konkurrenz. Interesse zeigt DAZN dabei auch an der sogenannten "All-pay"-Variante, die bei einem extrem hohen Gebot dazu führen würde, dass die Champions League komplett aus dem Free-TV verschwindet, so wie das auf dem englischen Fernsehmarkt bereits weitestgehend der Fall ist. Nur die Ausstrahlung des Finales im Free-TV ist dort gesetzlich festgeschrieben. Allerdings sendet der Rechteinhaber BT Sport zusätzlich einzelne Spiele, primär aus Werbezwecken, ebenfalls frei empfangbar.

Der Blick auf die Insel zeigt also, dass die UEFA keineswegs davor zurückscheut, ihren Fußball-Wettbewerb ausschließlich hinter der Bezahlschranke zu verstecken. Mit Blick auf den deutschen Markt wird man sich bei der UEFA nun aber auch die Frage stellen müssen, inwiefern man die exklusiven Rechte an der Champions League einem bislang noch weitgehend unbedeutenden Player anvertrauen möchte. Allzu lange dürfte die Entscheidung nicht mehr auf sich warten lassen.

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