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Vorsitzende gewählt

ZDF-Verwaltungsrat: Malu Dreyer folgt auf Kurt Beck

 

Auch wenn das Bundesverfassungsgericht die Anzahl der Mitglieder im ZDF-Verwaltungsrat begrenzt hat: An der Spitze folgt auf den ehemaligen rheinland-pfälzischen Regierungschef die amtierende rheinland-pfälzische Regierungschefin.

von Uwe Mantel
30.06.2017 - 17:01 Uhr

Die amtierende rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer wurde vom ZDF-Verwaltungsrat am Freitag in geheimer Wahl einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Sie folgt damit auf Kurt Beck, der dem Gremium 23 Jahre lang angehörte und ihm seit 1999 vorstand. Kurt Beck ist auch Malu Dreiers Vorgänger als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident gewesen.

Der zwölfköpfige Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Intendanten insbesondere in Haushaltsfragen. So beschließt er über den vom Intendanten vorgelegten Haushaltsplan und Jahresabschluss, den der Fernsehrat dann schließlich noch genehmigen muss. Bei Verpflichtungen im Wert von über 250.000 Euro muss das Gremium ebenso zustimmen. Der Intendant kann zudem auch nur im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat die wichtigen Posten des Programmdirektors, des Chefredakteurs und des Verwaltungsdirektors besetzen. Im Falle von Nikolaus Brender hatte auf Betreiben des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch der Verwaltungsrat eine Vertragsverlängerung einst blockiert - als Spätfolge daraus und weil die Politik sich nicht selbst auf neue Regelungen einigen konnte, verordnete das Bundesverfassungsgericht schließlich, den Anteil der staatsnahen Mitglieder auf ein Drittel zu beschränken.

Malu Dreier sagte zu ihrem Amtsantritt: "Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das ZDF als einen der größten Fernsehsender Europas zukunftssicher aufzustellen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und der Qualitätsjournalismus sind von elementarer Bedeutung in einem pluralen und demokratischen System. 'Fake News' können am besten durch gut recherchierte Nachrichten und Hintergrundberichte entlarvt werden. Dafür steht auch das ZDF." Mit Sorge sehe sie die Entwicklung bei Sportrechten. "Für den Sport ist es, in der Spitze wie in der Breite, langfristig schlecht, wenn etwa Europas Top-Fußball hinter Bezahlschranken verschwindet und nur noch wenige Menschen daran teilhaben können. Dass dies für die Verbände zumindest kurzfristig finanziell lukrativer ist, ändert nichts daran, dass Sport auch eine gesellschaftspolitische Funktion hat. Spitzensport verbindet, er ist ein wichtiger Kitt unserer Gesellschaft." Im Bereich der digitalen Angebote sprach sie sich für eine "zeitgemäße Weiterentwicklung" der Regelungen im Staatsvertrag aus.

ZDF-Intendant Thomas Bellut würdigte den nun aus dem Gremium ausscheidenden Kurt Beck: "Ich danke Kurt Beck für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. In wichtigen Fragen, etwa zu den Folgen des Personalabbaus, zum organisatorischen Umbau des Hauses oder zu Verhandlungen über Sportübertragungsrechte, war sein Rat für die Arbeit des Senders unendlich viel wert. Kurt Beck hat auch öffentlich immer wieder für die öffentlich-rechtliche Idee gestritten, sie als wichtig für eine lebendige Demokratie eingeschätzt und in diesem Zusammenhang immer wieder die Bedeutung der ZDF-Gruppe für das Sitz-Land Rheinland-Pfalz unterstrichen. Das ZDF ist ihm zu großem Dank verpflichtet."

Zum ersten Stellvertretenden Vorsitzenden wählte der Verwaltungsrat den ehemaligen Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, Reinhard Göhner, zweite stellvertretende Vorsitzende wurde die Bochumer Kommunikationswissenschaftlerin Barbara Thomaß. Beide gehören dem Gremium seit 2012 an. Wie bisher wird die Arbeit des Verwaltungsrates über drei Ausschüsse organisiert: Vorsitzender des Finanzausschusses ist der frühere DGB-Vorsitzende Michael Sommer, der Investitionsausschuss wird von der Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität Birgitta Wolff geleitet, der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich übernimmt den Vorsitz im Personalausschuss.

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