Al Jazeera English © Al Jazeera
Schließung gefordert

Nachrichtensender Al Jazeera gibt sich kämpferisch

 

Nachdem unter anderem Saudi Arabien die Schließung von Al Jazeera forderte, geben sich die Verantwortlichen des Nachrichtensenders kämpferisch. Man werde sich auch weiter "für eine freie, aufrichtige und gerechte Berichterstattung" engagieren.

von Alexander Krei
05.07.2017 - 16:38 Uhr

Nachdem mehrere arabische Staaten, darunter Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten, die Schließung von Al Jazeera gefordert haben, haben jetzt die Verantwortlichen des Nachrichtensenders mit Sitz in Katar zu Solidaritätsbekundungen aufgerufen. "Die Forderung einer Schließung von Al Jazeera kommt einem Versuch gleich, das grundlegende Menschenrecht auf Redefreiheit zu unterdrücken", sagte Giles Trendle, Managing Director von Al Jazeera English.

Zugleich wertete er die Forderungen nach einer Schließung als Versuch, "die Medien mundtot zu machen und Zugang zu unverfälschter Berichterstattung und unparteiischen Erzähltechniken zu vermeiden". Trendle: "Wo würden wir hinkommen, wenn Regierungen, Politiker und Machthabende rund um die Welt die Nachrichten diktieren würden, die wir lesen, hören oder ansehen? Wen wird es nach Al Jazeera als nächstes treffen? Wir fordern, dass Journalisten ihre Arbeit ohne Einschüchterungen und Bedrohungen ausführen können, dass die Öffentlichkeit Zugang zu unverfälschten Informationen hat und dass der Beruf des Journalisten sowie jene, die diesem nachkommen, in Ausübung ihres Amtes nicht kriminalisiert werden."

Der Verantwortliche von Al Jazeera English kündigte in diesem Zusammenhang an, man werde sich "weder einschüchtern und schikanieren noch zensieren oder zum Schweigen bringen" lassen. Ähnlich äußerte sich auch Abdulla Al-Najjar, Executive Director of Global Brand & Communications bei Al Jazeera Media Network: "Al Jazeera wird sich weiterhin beharrlich für seine Erzählprinzipien und seinen ausgewogenen Journalismus einsetzen, sowie dafür, Storys aufzudecken und zu thematisieren", sagte er.

Saudi Arabien und seinen Verbündeten ist der Nachrichtensender schon seit langer Zeit ein Dorn im Auge. Grund dafür: Der Sender ist mächtig und wird viel gesehen. Anders als man sich das aber wohl wünschen würde, berichtet Al Jazeera auch über Oppositionen, Terroristen und Aufstände in der Region. Offiziell heißt es, der Sender unterstütze Terroristen. Bislang hat Katar eine Schließung des Senders immer ausgeschlossen. Zuletzt entzog Saudi Arabien Al Jazeera die Lizenz und schloss das Büro im Land.


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