Mathias Döpfner © Axel Springer / Sport1
Käufer gesucht

Döpfner: Sport1-Übernahme hat "keine Priorität"

 

Noch vor wenigen Wochen galt Axel Springer als Favorit für den Kauf von Sport1. Jetzt hat Springer-Chef Döpfer überraschend erklärt, dass der Sender keine Priorität habe. Gespräche finden demnach nicht mehr statt. Der Druck auf Constantin Medien wächst.

von Alexander Krei
02.08.2017 - 18:13 Uhr

Seit einigen Wochen ist klar, dass Constantin Medien über den Verkauf von Sport1 verhandelt. Man führe hierzu "ein strukturiertes, kompetitives Bieterverfahren mit mehreren Kaufinteressenten durch", ließ der Konzern Mitte Juni in einer Ad-hoc-Mitteilung verlauten. Die besten Chancen wurden zuletzt Axel Springer eingeräumt. So berichtete die "FAZ" vor einem Monat, dass inzwischen exklusiv mit dem Verlagshaus verhandelt werde, das in der Vergangenheit mit N24 schon einmal einen Fernsehsender übernommen hatte (DWDL.de berichtete).


Seither ist es allerdings erstaunlich still geworden um den Verkauf des Spartensenders - bis zu diesem Mittwoch. In einem Pressecall anlässlich der zuvor vorgelegten Geschäftszahlen äußerte sich Mathias Döpfner ungewöhnlich deutlich zu den Spekulationen. Als ihn ein "FAZ"-Journalist auf Sport1 ansprach, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Springer zwar, sich grundsätzlich nicht zu Transaktionsgerüchten zu äußern, um dann aber doch eindeutig zu werden. "Ich kann Ihnen nur so viel sagen: Sport1 ist für uns aus heutiger Sicht keine Priorität", so Döpfer.

Zudem betonte er, dass es aktuell keine Gespräche mit Constantin Medien über Sport1 gebe. Was genau zum Umdenken führte, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass der Druck auf Constantin Medien steigt, schließlich benötigt das Unternehmen dringend das Geld durch den Verkauf des Sportsenders - dessen dürfte man sich auch bei Springer bewusst sein. Nicht ausgeschlossen also, dass Döpfner pokert. Constantin Medien steckt angesichts eines im September auslaufenden Darlehens in Höhe von 36 Millionen Euro und einer auslaufenden Schuldverschreibung über 65 Millionen Euro im kommenden Jahr in der Bredouille.

Hinzu kommen die anhaltenden Streitigkeiten zwischen Dieter Hahn und Bernhard Burgener über die Hoheit im Konzern. Und so drängt also die Zeit. Als weitere Kaufinteressenten von Sport1 waren zuletzt auch Sky und Freenet gehandelt worden. Daneben gibt es nach DWDL.de-Informationen bei ProSiebenSat.1 ebenfalls vereinzelte Sympathisanten für einen möglichen Erwerb des Senders. Und auch Discovery zeigte sich zuletzt in Kauflaune - zusammen mit Eurosport wären ganz sicher Synergien vorhanden. Offiziell geben sich die Beteiligten jedoch verschlossen - sieht man mal von Mathias Döpfner ab.


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