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Sky sagt Sorry

"Somit haben wir Sie im Sack": Patzige Post von Sky

 

Weil ein Sky-Kunde wegen der geringeren Zahl an Bundesliga-Spielen auf ein Sonderkündigungsrecht pochte, bekam er vom Kundencenter eine erstaunliche Antwort. Sein "Gerede um Verbrauchertäuschung" sei "Kokolores", hieß es. Man habe ihn "im Sack". Nun hat sich Sky entschuldigt.

von Alexander Krei
25.08.2017 - 16:43 Uhr

"Wir wünschen Ihnen weiterhin viele besondere Momente bei Sky": Mit diesen freundlichen Worten endet eine Mail aus dem Sky-Kundencenter an einen Abonnenten, der wegen des Verlusts einiger Bundesliga-Rechte an den Konkurrenten Eurosport ein Sonderkündigungsrecht erwirken wollte. Das räumte Sky dem Kunden erwartungsgemäß nicht ein - und bescherte ihm tatsächlich einen ganz besonderen Sky-Moment. In der Antwort-Mail, die der Rechtsanwalt Christian Solmecke auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, vergriff sich ein Mitarbeiter des Pay-TV-Senders nämlich gehörig im Ton.

"Da Sie unser [sic] geblümten Worte offensichtlich nicht verstanden haben, möchten wir uns deutlicher ausdrücken: Sie haben kein Sonderkündigungsrecht!!", heißt es in dem Schreiben, dem offensichtlich schon ein Mailverkehr mit dem Kunden vorausgegangen war. Zunächst verweist der Sky-Mitarbeiter auf den "Gesamtcharakter des Senders", der durch die Übertragung von 93 Prozent der Bundesliga-Spiele erhalten bleibe, um sich dann in Rage zu schreiben: "Sie sehen dort Fußball, und nichts anderes. Daraus folgt – Da Sie Bundesliga gebucht haben, und Bundesliga bekommen – haben Sie kein Sonderkündigungsrecht. Alles andere, wie zum Beispiel dieses Gerede um Verbrauchertäuschung und so, ist alles Kokolores ohne Relevanz, da Sie ja die AGB jederzeit aufrufen und lesen konnten."

Danach wird das Kundencenter noch deutlicher: "Sie haben die AGB bei Vertragsabschluss anerkannt, und Ihren Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist nicht widerrufen. Somit haben wir Sie im Sack." Er müsse nun mindestens bis zum 31. Juli kommenden Jahres Kunde von Sky bleiben, gibt der Mitarbeiter dem Mann zu verstehen und ergänzt: "Was Sie danach machen, geht uns nichts an. Wir bieten das Bundesliga Fernsehen an – 93 % aller Spiele – falls Sie diese sehen möchten, steht es Ihnen frei dieses Programm zu buchen, oder eben nicht. Vielleicht reicht Ihnen ja auch der Empfang von 7 % aller Spiele bei unserem Konkurrenten Eurosport?"

Sky will arbeitsrechtliche Konsequenzen prüfen

Auf DWDL.de-Nachfrage räumte Sky am Freitag die Echtheit der Mail ein, diese sei "bedauerlicherweise von einem Sky-Servicemitarbeiter verschickt" worden. Dabei handle es sich um einen "absoluten Einzelfall". "Während die Grundaussage – nämlich, dass kein Sonderkündigungsrecht besteht, solange der Gesamtcharakter des Bundesliga-Angebots erhalten bleibt – inhaltlich zwar korrekt ist, so sind wir mit der Tonalität des Schreibens in keinster Weise einverstanden. Eine solche Korrespondenz mit unseren Kunden ist für uns absolut inakzeptabel und widerspricht in jeglicher Form unserem Selbstverständnis als kundenorientiertem Unternehmen", sagte Sky-Sprecher Ralph Fürther gegenüber DWDL.de.

Und weiter: "Wir werden weiterhin den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden oberste Priorität einräumen und sie in den Mittelpunkt all unserer Aktivitäten stellen. Dass uns dies gelingt, zeigen die vielfachen Auszeichnungen, die unser Service über die letzten Jahre erhalten hat." An den betroffenen Kunden sei man bereits in Kontakt getreten, stellte der Sendersprecher klar. "Die Unannehmlichkeiten, die ihm entstanden sind, werden wir selbstverständlich angemessen kompensieren." Für den Service-Mitarbeiter könnte die patzige Mail indes ernsthafte Folgen haben: Man werde mit ihm ein "klärendes Gespräch führen und mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen prüfen".

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