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"Journalistische Standards nicht eingehalten"

MDR entschuldigt sich für "Umschau"-Bericht

 

Ein Bericht in der MDR-Sendung "Umschau" sorgt für Wirbel, weil eine Linken-Politikerin darin zu Wort kommt, ohne dass kenntlich gemacht wurde, dass es sich bei ihr um eine Politikerin handelt. Der Sender räumt den Fehler nun ein und gelobt Besserung.

von Timo Niemeier
04.09.2017 - 15:24 Uhr

Erneut gibt es Wirbel um eine TV-Sendung, in der eine Politikerin der Linken aufgetreten ist, das aber zunächst nicht zu erkennen war. Zuletzt entschuldigte sich bekanntlich Claus Strunz, weil in seiner Wahl-Sendung in Sat.1 eine vermeintlich normale Bürgerin über Probleme klagte - und anschließend erklärte, die Lösungen der Linken halte sie für die beste. Das Problem: Sie ist selbst bei den Linken aktiv (DWDL.de berichtete). Etwas ähnliches ist nun auch beim MDR passiert, dort betrifft es einen Bericht in der "Umschau".

In einem Beitrag vom 22. August ging es um Mietsteigerungen in Leipzig. Dazu wurde auch eine Frau interviewt, die den Zuschauern als "Anja Riekewald" vorgestellt wurde. In Wirklichkeit heißt die Frau aber Franziska Riekewald und ist Politikerin bei den Linken. Sie will für die Partei in den Bundestag einziehen und ist zudem stellvertretende Fraktionschefin im Stadtrat. Das alles erfahren die Zuschauer des "Umschau"-Berichts aber nicht.

Der MDR wurde bereits am Wochenende auf den Beitrag aufmerksam gemacht und hat ihn daraufhin überprüft. Gegenüber DWDL.de erklärt ein Sendersprecher nun: "Der MDR hat den Beitrag und die Auswahl der Protagonistin detailliert ausgewertet. Im Ergebnis mussten wir feststellen, dass hier die journalistischen Standards nicht eingehalten wurden. Das bedauern wir sehr und bitten unsere Zuschauerinnen und Zuschauer um Entschuldigung." Man werde das mit der Redaktion besprechen und dafür Sorge tragen, dass sich so ein Fehler nicht wiederhole. "So wird in Wahlkampfzeiten bei der Auswahl der Protagonisten für Beiträge geprüft, ob es Interessenkonflikte geben könnte, die das Neutralitätsgebot verletzen."

Die Autoren des betroffenen "Umschau"-Berichts gingen laut MDR davon aus, dass das politische Engagement von Riekewald in diesem Fall nicht relevant war, da sie "als Privatperson befragt" worden sei. "Dies war eine Fehleinschätzung", erklärt der MDR. Dass der Name in dem Beitrag falsch war, sei ein Fehler gewesen. Die Autoren hätten ihn sich falsch notiert. "Die Fehler wird der MDR im Internet und in der Sendung richtigstellen."

Gegenüber "LVZ Online" erklärte Riekewald bereits am Sonntag, dass sie keinen Fehler auf ihrer Seite sehe. "Ich habe mich ganz normal auf eine öffentliche Suche hin gemeldet." Wie sie der "Bild" sagte, habe sie die zuständigen Autoren bzw. den MDR auch gefragt, ob es kein Problem sei, dass sie Direktkandidatin der Linken sei. "Da sagte man mir: Die Problemlage sei doch trotzdem vorhanden", so Riekewald.

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