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Achtung, festhalten

Das ProSiebenSat.1-Personalkarussell steht auf standby

 

Es ist gut fünf Wochen her, da überraschte die ProSiebenSat.1 Media SE mit einer nachbörslich veröffentlichten Umsatzwarnung. Binnen weniger Wochen hatten sich die Erwartungen im Werbemarkt verschlechtert. Doch das war nicht alles.

von Thomas Lückerath
05.10.2017 - 16:44 Uhr

Im Fokus der Aufmerksamkeit und Berichterstattung vieler Medien über diese Börsenmitteilung der ProSiebenSat.1 Media SE lag auf der Umsatzwarnung aufgrund eines schwachen Werbemarktes - und das nur wenige Wochen nachdem man beteuert hatte, dass im zweiten Halbjahr eine Erholung des TV-Werbemarkts erwartet wird. Jener Aspekt der Mitteilung der ProSiebenSat.1 Medie SE ließ am nächsten Tag dann auch den Aktienkurs deutlich sinken.



Beinahe übergangen wurde dabei die Ankündigung, die Konzernstruktur zu überdenken. So soll das Sendergeschäft (Broadcasting German-speaking) mit dem Bereich Digital Entertainment möglicherweise zu einem gemeinsamen Entertainment-Segment zusammengefasst werden. Damit wolle man "mittelfristig nennenswerte Kostensynergien" realisieren. Und darüber hinaus prüfe man weiter alle Optionen für das Produktionsgeschäft, also Red Arrow Entertainment, und den Bereich Commerce.

Man könnte die Segmente oder Teile davon an die Börse bringen oder sich mit anderen Unternehmen zusammentun, was auch eine schöne Formulierung für einen Verkauf sein kann. "Co-Investitionen oder Unternehmenskombinationen", hieß es wörtlich in der Mitteilung. Angekündigt sind nähere Details für den 9. November, wenn die ProSiebenSat.1 Media SE ihre nächsten Quartalszahlen vorlegt.

Doch nicht selten werden große Konzernumstrukturierungen samt einem Dreh des Personalkarussells schon vor Pflichtveröffentlichungen verkündet. Die Strategie ist stets dieselbe: Die erste Welle der Reaktionen und Berichterstattung ist dann bereits verdaut, wenn das Unternehmen die erwartbar wenig berauschenden Quartalszahlen vorlegt - um mit Verweis auf die zuvor angekündigten Änderungen zuversichtlich betonen zu können, man habe das Problem ja bekanntlich bereits adressiert.

In Unterföhring ist die Sorge vor diesem Umbau weitaus größer als in den vergangenen Jahren. Die Geschichte von Thomas Ebeling war lange Zeit eine einzige Erfolgsgeschichte und wenn sich das Personalkarussell dann gedreht hat, sind meist nur Geschäftsführer bzw. Senderchefs von einem Posten auf den anderen - und dabei meistens nach oben - gefallen. Es wurde immer wieder umgebaut, doch meist in oberen Strukturen.

Die Ankündigung, durch eine weitere Zusammenlegung von Aktivitäten „mittelfristig nennenswerte Kostensynergien“ zu erzielen, lässt jedoch einen Arbeitsplatz-Abbau im früheren Kerngeschäft befürchten. Die Stimmung ist entsprechend gedrückt. Für den neuen Kommunikationschef der ProSiebenSat.1 Media SE, Merlin Koene, der seit 1. Oktober offiziell im Amt ist, werden es gleich zu Beginn arbeitsreiche Wochen.

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