WDR-Intendant Tom Buhrow © WDR/Herby Sachs
Antisemitismus-Vorwürfe gegen Roger Waters

WDR, BR und SWR beenden umstrittene Konzert-Kooperation

 

Die Deutschland-Konzerte von Pink-Floyd-Star Roger Waters werden nicht von öffentlich-rechtlichen Sendern präsentiert. Nachdem WDR-Intendant Buhrow auf eine Petition reagierte, zogen BR und SWR nach. Dem Musiker wird Antisemitismus vorgeworfen.

von Alexander Krei
27.11.2017 - 10:29 Uhr

Im kommenden Jahr wird Pink-Floyd-Legende Roger Waters mit seiner Show "U + Them" auf Tournee gehen und dabei auch in Deutschland Station machen. Das Konzert in der Kölner Lanxess-Arena sollte ursprünglich vom Radiosender WDR 4 präsentiert werden. Der hat die Zusammenarbeit jetzt allerdings wegen Antisemitismus-Vorwürfen gegen den Sender beendet, wie die "Bild"-Zeitung am Wochenende berichtete.

Getroffen wurde die Entscheidung offenbar von WDR-Intendant Tom Buhrow, an den sich die Kölnerin Malca Goldstein-Wolf in einer E-Mail richtete. "Will der WDR tatsächlich das neue 'Kauft nicht bei Juden' unterstützen? Und dann auch noch mit öffentlich-rechtlichen Mitteln?", fragte sie und startete zugleich eine Petition gegen die Kooperation - mit Erfolg. Buhrow selbst wandte sich an Goldstein-Wolf und teilte ihr mir, dass die Zusammenarbeit für das Konzert beendet sei.

"Ich spüre, dass nicht viele Worte und Argumente Sie überzeugen werden, sondern nur eine eindeutige Handlung", schrieb der Intendant in seiner Antwort-Mail. Inzwischen sind auch andere Sender dem Schritt des WDR gefolgt: So hat der Bayerische Rundfunk seine Kooperation für das geplante Konzert in München ebenso beendet wie der SWR, der ursprünglich das Konzert in Mannheim präsentieren sollte. Am Montag bestätigte ein SWR-Sprecher gegenüber DWDL.de den Ausstieg aus der Zusammenarbeit.

Roger Waters unterstützt eine Boykott-Kampagne gegen Israel und hatte in der Vergangenheit bei Konzerten Ballons in Schweineform mit Davidstern aufsteigen lassen. Der Künstler selbst wies die Kritik bereits vor einigen Jahren zurück und erklärte, sich durch den Vorwurf des Antisemitismus persönlich beleidigt zu sehen. Friedlich gegen Israels Innen- und Außenpolitik zu protestieren sei nicht antisemitisch.

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