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ProSiebenSat.1 in Unterföhring © ProSiebenSat.1
Pläne zur Reorganisation vorgestellt

Umstrukturierung: ProSiebenSat.1 will 141 Stellen abbauen

 

Der Konzern-Umbau ist in vollem Gange, doch erst jetzt hat sich ProSieben erstmals zu Entlassungen geäußert. Nach DWDL.de-Informationen werden 141 Stellen gestrichen - weniger als von vielen erwartet. Im Fokus steht vor allem der Abbau komplexer Strukturen.

von Alexander Krei
12.06.2018 - 13:14 Uhr

"Sieh's mal neo": Der Slogan von ZDFneo besitzt an diesem Dienstag in gewisser Weise auch für ProSiebenSat.1 Gültigkeit. "Neo" nennt sich nämlich das Umstrukturierungsprogramm, das der Konzern mit Sitz in Unterföhring in den vergangenen Monaten kräftig vorangetrieben hat. Schon Ende November hatte der inzwischen verabschiedete Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling den Umbau in Aussicht gestellt, um - so wurde es damals kommuniziert - bis 2019/20 durch Synergien 50 Millionen Euro einzusparen (DWDL.de berichtete)

Dass das nicht ohne einen Personalabbau über die Bühne gehen würde, war schon zu diesem frühen Zeitpunkt klar. Genaue Details waren seither aber nicht zu erfahren - bis zu diesem Dienstag. Tatsächlich dürften die Stellenstreichungen allerdings weitaus geringer ausfallen als das viele im Unternehmen befürchtet hatten. Nach DWDL.de-Informationen sollen 141 Arbeitsplätze abgebaut werden. Diese Zahl bestätigte eine ProSiebenSat.1-Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage: "Im Zuge der Reorganisation wird es zu einem geplanten Abbau von 141 besetzten Vollzeitstellen in Deutschland kommen. Dabei kommt ein Freiwilligenprogramm zur Anwendung."

Es geht also um weniger als fünf Prozent der Belegschaft im vorwiegend betroffenen Entertainment-Bereich. Insgesamt hatte der Konzern in den vergangenen Monaten mehr als 3.000 Stellen unter die Lupe genommen. Dass der Stellenabbau vergleichsweise gering ausfällt, hängt damit zusammen, dass es den Verantwortlichen vor allem um eine Reorganisation gegangen ist - eine Folge des bereits zu Jahresbeginn in die Wege geleiteten Umbaus mit der Fokussierung auf drei Säulen.

Seither wird das einstige Kerngeschäft - also die werbefinanzierten Sender -  mit den digitalen Entertainment-Angeboten zum neuen Geschäftsbereich Entertainnment fusioniert. Dieser Bereich umfasst also TV-Broadcasting, Distribution, Advertising Platform Solutions, SevenVentures und digitale Plattformen wie Maxdome oder die 7TV-App. Diese Aufstellung erscheint logisch, hat in einer zunehmend crossmedialen Welt eine Unterteilung doch immer weniger Sinn ergeben.

Abbau von Doppelstrukturen und Ineffizienzen

"Mit der Reorganisation reagiert ProSiebenSat.1 sowohl auf interne als auch externe Herausforderungen", erklärte das Unternehmen am Dienstag gegenüber DWDL.de. "Durch das starke Wachstum der vergangenen Jahre sind Doppelstrukturen und Ineffizienzen entstanden, die Konkurrenz durch digitale Wettbewerber verstärkt sich, gleichzeitig verändern sich Mediennutzungsverhalten und die Anforderungen im Werbemarkt. Im Fokus dabei stehen Komplexitätsreduktionen, Prozessverbesserungen sowie eine engere Verzahnung vom klassischen und digitalen Entertainment-Geschäft."

Zu verantworten hat all das künftig Max Conze, der erst vor wenigen Tagen seinen Job als Vorstandsvorsitzender angetreten hat und gerade dabei ist, sich ein Bild von der Lage zu machen. Zuletzt gab er sich bereits betont anders sein Vorgänger und erklärte, der Erfolg des Unternehmens führe nur über die Zuschauer. Man müsse das Publikum unterhalten und informieren, um dann die Werbekunden zu begeistern. "Ich glaube daran, dass es wichtig ist, unsere Zuschauer und Kunden in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Conze. "Ist der Kunde glücklich, sind wir es auch."

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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