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Ebelings Vermächtnis

ProSiebenSat.1 will mit neuer Struktur 50 Millionen sparen

 

Zu seinem Capital Markets Day hat ProSiebenSat.1 Details zur angekündigten Umstrukturierung bekannt gegeben. Wie erwartet wird das TV-Geschäft mit dem digitalen Entertainment zusammengelegt. Zudem fusioniert Red Arrow mit Studio 71, das Commerce-Geschäft erhält einen neuen Namen

von Uwe Mantel
06.12.2017 - 08:36 Uhr

Es war Ende August, als ProSiebenSat.1 feststellte, dass sich die erhoffte Erholung der TV-Werbeeinnahmen im zweiten Halbjahr nicht einstellen wollte und man daher in diesem Bereich hinter den selbst gesteckten Zielen zurückblieb. Damals kündigte man an, dass man prüfen werde, ob man mit einem Konzernumbau darauf reagieren wolle. Zum Capital Markets Day, an dem ProSiebenSat.1 am heutigen Mittwoch in Unterföhring Investoren und Analysten einen Einblick in die Strategie gibt, hat man nun Details bekannt gegeben.

Wie erwartet gliedert man das Geschäft künftig nicht mehr in vier, sondern nur noch in drei Säulen. Das einstige Kerngeschäft - also die werbefinanzierten Sender - werden mit den digitalen Entertainment-Angeboten zum neuen Geschäftsbereich Entertainnment fusioniert. Der Bereich umfasst also TV-Broadcasting, Distribution, Advertising Platform Solutions, SevenVentures und digitale Plattformen wie Maxdome oder die 7TV-App. Diese Aufstellung erscheint logisch, hat in einer zunehmend crossmedialen Welt eine Unterteilung doch immer weniger Sinn ergeben.

Dass es nun  zum Umbau kommt, hängt allerdings vor allem damit zusammen, dass der Konzern hier Einsparmöglichkeiten sieht. Bis 2019/20 sollen durch Synergien 50 Millionen Euro eingespart werden. Dies wird kaum ohne einen Personalabbau zu leisten sein - Details dazu hat ProSiebenSat.1 zumindest in seiner ersten Mitteilung aber noch nicht verraten. Weiterhin investieren will man in die Bereiche Addressable TV, AdTech und Data, um im Werbegeschäft mithalten zu können. Hoffnung legt man zudem auf Partnerschaften innerhalb der European Media Alliance, in der inzwischen zwölf Medienunternehmen aus Europa zusammenarbeiten.

Die zweite Säule ist der Bereich Content Production & Global Sales. Hier legt ProSiebenSat.1 die Red Arrow Entertainment Group mit seinem eigenen Multi-Channel-Netzwerk Studio71 zusammen. Beides firmiert künftig als "Red Arrow Studios". Die digitalen Video-Angebote werden also ins klassische Produktionsgeschäft und die internationalen Vertriebsnetze integriert. Red Arrow erhalte somit direkten Zugang zu Youtubern und Influencern. Auch hier will man Synergien zwischen den inzwischen 21 Produktionsfirmen, zwei Vertriebshäusern und eben Studio71 nutzen. Gleichzeitig ist man offen für Kooperationen und Co-Investments von neuen Partnern.

Bleibt schließlich noch der Bereich Commerce - und der erhält einen neuen Namen. Künftig wird er als "NCG - Nucom Group" aktiv sein und seine Tochterunternehmen in vier Kategorien bündeln: Home Services & Mobility (darunter fallen etwa Verivox und billiger-mietwagen.de), Leisure & Relationsips (hier finden sich so unterschiedliche Angebote wie Parship, Amorelie und Jochen Schweizer / mydays), Health & Beauty (Flacoi, Windstar Medical) und Style (moebel.de, Stylight). Vom Online-Reisegeschäft hat man sich mit dem Verkauf von etraveli bekanntlich bereits teilweise getrennt und auch weg.de/tropo will man am liebsten los werden. Oder wie es offiziell heißt: Man "führt den Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fort". Ähnlich wie bei Red Arrow Studios will man auch bei NCG - Nucom Group weitere Investoren an Bord holen. Gespräche laufen bereits, neue Partnerschaften sollen voraussichtlich im 2. Quartal 2018 bekannt gegeben werden.

Die vor gut einem Monat gesenkten Umsatzziele für dieses Jahr musste ProSiebenSat.1 unterdessen nicht nochmal anpassen und bestätigt diese wenige Wochen vor dem Jahresende. Der Umsatz soll demnach im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, der bereinigte Konzernjahresüberschuss soll leicht über dem Vorjahr liegen. Den größten Teil seines Gewinns wird ProSiebenSat.1 nicht im Konzern behalten, sondern an seine Aktionäre ausschütten - von 80 bis 90 Prozent ist die Rede. Ausgegeben hat man zudem nun ein mittelfristiges Wachstumsziel: In den kommenden Jahren soll der Umsatz weiterhin im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Bis 2022 erwartet man ein Umsatzwachstum von mehr als einer Milliarde im Vergleich zu 2017, das sich durch Zukäufe noch erhöhen könne.

Der noch amtierende Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling sagt: "Die Wachstumsgeschichte von ProSiebenSat.1 ist seit 32 Quartalen in Folge ungebrochen. Wir sind eines der profitabelsten Medienunternehmen in Europa und mit über 1 Mrd Euro Umsatz in den digitalen Geschäftsfeldern zugleich zu einer relevanten Größe in diesem Bereich aufgestiegen. Das alles war nur möglich, weil wir die Transformation und Diversifizierung des Konzerns seit 2009 systematisch vorantreiben. Mit der Drei-Säulen-Strategie stellen wir ProSiebenSat.1 auch für die Zukunft wettbewerbsfähig auf, stärken die Gruppe für weiteres Wachstum und schaffen zusätzlichen Wert für Mitarbeiter und Aktionäre. Unser Management-Team und der Aufsichtsrat haben diese Strategie in den vergangenen Monaten gemeinsam entwickelt. Ich bin davon überzeugt, dass ProSiebenSat.1 mit dieser neuen Struktur weiterhin nachhaltig erfolgreich sein wird."

Mit Spannung erwartet wird noch eine Keynote von Thomas Ebeling erwartet, zudem geben die weiteren Vorstandsmitglieder einen Ausblick für die einzelnen Bereiche. Am Nachmittag stellt sich der Vorstand dann noch Fragen. Es ist der erste größere Auftritt Ebelings, nachdem der Vorstandschef nach seinen abfälligen Äußerungen über die Zielgruppe seiner Sender seinen vorzeitigen Abgang im kommenden Jahr ankündigen musste - und wird dementsprechend mit Spannung erwartet.

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