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Wann wird HD zum Standard?

"SD abschalten, wenn es Markt und Regulierung erlauben"

 

Noch immer empfangen viele Haushalte ihr Fernsehprogramm analog, da wird schon über eine mögliche Abschaltung der SD-Signale diskutiert. Beim WDR hat man dafür Mitte 2020 im Blick, ProSiebenSat.1 gibt sich bislang aber noch zurückhaltend.

von Alexander Krei , Köln
13.06.2018 - 15:34 Uhr

"Ich habe mich etwas gewundert, dass hier noch über die Analogabschaltung gesprochen wird", gab Wolfgang Wagner erstaunt zu Protokoll. Doch vertan hat er sich nicht. Und so saß der Produktions- und Technik-Direktor des WDR saß am Mittwoch zusammen mit Vertretern von Vodafone, Media Broadcast, ProSiebenSat.1 und HD Plus auf einem Panel der ANGA COM, um über die Frage zu diskutieren, ob nach dem Switch-Off vor dem Switch-Off ist – also ob nach der Analogabschaltung auch das Aus von Fernsehsignalen in SD angepeilt wird

Tatsächlich hält es Wagner für sinnvoll, schon jetzt über ein SD-Aus nachzudenken, immerhin empfangen bereits 70 Prozent der Haushalte ihr Fernsehsignal in HD. Als möglicher Termin schwebt dem WDR-Mann Mitte 2020 vor, auch wenn es bis dahin noch viel zu tun geben wird. "Wenn man das Thema jetzt mit einer großen Anstrengung angehen würde, ist der Termin haltbar", erklärte Wagner in Köln. Vorsichtiger äußerte sich Michael Müller von ProSiebenSat.1. "Wir werden SD abschalten, wenn es der Markt und die Regulierung erlauben", erklärte der Chief Distribution Officer des Medienkonzerns.

Zugleich verwies Müller auf der ANGA COM darauf, dass die Werbezeitenvermarktung nach wie vor das Kerngeschäft von ProSiebenSat.1 sei. "Wir müssen sicher sein, dass es nicht zu Reichweiten-Verlusten kommt." Spannend dürfte eine mögliche SD-Abschaltung aber auch mit Blick auf den Satelliten-Empfang werden, schließlich geben sich hier noch immer mehr als 80 Prozent der HD-Haushalte auf Astra mit einem SD-Bild zufrieden. Das habe nicht zuletzt strukturelle Nachteile, sagte Michael Müller. Die HD-Penetration sei im Kabel auch deshalb höher, weil es im Gegensatz zum Satelliten eine direkte Kundenbeziehung gebe.

Ähnlich sieht das auch Frank Lilie, der als Pressesprecher von HD Plus auf dem Panel kurzfristig für den Marketing-Geschäftsführer Timo Schneckenburger eingesprungen war. "Wir setzen ein bisschen auf die Wettbewerber", sagte Lilie, angesprochen auf die zuletzt stagnierenden Kundenzahlen. Man habe dennoch "ein tolles Geschäftsjahr hinter uns gebracht" und sei zweistellig gewachsen. Weiteres Wachstum erhofft sich HD Plus fortan vor allem von seinem UHD-Showcase-Kanal, der sich "gut und schnell" entwickelt habe.

Einer der neuen Wettbewerber, von denen sich die Astra-Tochter neuen Schwung auf dem Markt erhofft, ist Media Broadcast, das Freenet TV kürzlich auch für Sat-Kunden geöffnet hat. Die unterdurchschnittliche HD-Nutzung über Satellit hat nach Ansicht von CCO Holger Meinzer mit der Marketing- und Vertriebsstrategie zu tun. Durch die "hohe Markenbekanntheit" von Freenet TV will man nun neue Zielgruppen für HD-Abos über Satellit ansprechen. "Das Thema rückt jetzt stärker in den Fokus", sagte Meinzer auf der ANGA COM.

Mit einer Explosion der UHD-Kanäle rechnet der Media-Broadcast-Verantwortliche indes nicht. Der große Treiber hierfür liege vielmehr im IP-Umfeld. So lange aber noch über die Analog-Abschaltung gesprochen wird, dürfte Ultra HD für die meisten Zuschauer ohnehin noch Zukunftsmusik sein. Gerhard Mack, Chief Commercial Operations Officer von Vodafone Deutschland, stellte bei der Diskussion übrigens in Aussicht, dass die analogen Kabel-Signale bis Frühjahr 2019 abgeschaltet werden sollen. Es geht also voran.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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