Steffen Henssler © ProSieben / Philipp Rathmer
Ein Jahr nach der Premiere

Aus für ProSieben-Show: Henssler gibt sich geschlagen

 

Stefan Raabs Fußstapfen waren dann doch eine Nummer zu groß: Nachdem die Quoten von "Schlag den Henssler" am Wochenende auf einen neuen bitteren Tiefstwert gesunken waren, gibt Steffen Henssler die Show auf. Schon die geplante Dezember-Ausgabe findet nicht mehr statt.

von Uwe Mantel
25.09.2018 - 18:28 Uhr

Es ist noch nicht mal ganz ein Jahr her, dass Steffen Henssler seinen Einstand bei ProSieben mit der ersten Ausgabe von "Schlag den Henssler" feierte. Damals schien es so, als habe der Sender endlich jemanden gefunden, der sich genauso wie vor ihm Stefan Raab regelmäßig einem über viele Stunden gehenden Duell in allen möglichen Disziplinen stellen möchte. Und die Neugier war damals tatsächlich groß, immerhin über 16 Prozent betrug der Marktanteil in der Zielgruppe der Auftaktshow, die Henssler auch für sich entscheiden konnte.

Doch ein Jahr später muss man einsehen, dass die Antwort auf die Frage "Henssler bei ProSieben - Alles nur ein Missverständnis?", die DWDL.de im August gestellt hat, wohl "ja" lautet. Henssler war in den letzten Monaten in den Shows allzu oft eine gewisse Lustlosigkeit anzumerken - der bedingungslose Ehrgeiz nach Raabschem Vorbild, der für die Sendung so unerlässlich ist, fehlte an mancher Stelle. Und auch wenn man nicht vergessen sollte, dass Henssler trotzdem fünf seiner acht Duelle für sich entscheiden konnte: Dass er sich in der Sendung zunehmend unwohl fühlte, verspürten auch die Zuschauer.

Das sorgte auch für schnell nachlassendes Interesse an der Sendung. Am vergangenen Samstag dann der bittere Tiefschlag: Mit 7,9 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe sackte "Schlag den Henssler" weit unter den Senderschnitt ab. Dieser Quoten-Tiefschlag gab nun endgültig den Ausschlag: Henssler gibt sich geschlagen. Ohnehin hätte der Vertrag für das kommende Jahr erst noch verlängert werden müssen, doch schon die für Dezember geplante Ausgabe wird es nun nicht mehr geben, mit sofortiger Wirkung ist Schluss.

Marktanteils-Trend: Schlag den Henssler
Schlag den Henssler

Dies geschehe auf Steffen Hensslers Wunsch, macht ProSieben klar - der Sender hatte noch am Vortag erklärt, dass man sich auf die kommende Sendung freue. Henssler sagt nun: "Mir war von Anfang an klar, dass es kein Spaziergang wird, diese Sendung zu übernehmen. Ich habe alles gegeben, aber man braucht nicht lange um den heißen Brei herumzureden: Der Zuschauer will mich in dieser Rolle nicht sehen und das muss man einfach akzeptieren. Und deswegen heißt es jetzt: Mund abwischen und ab ins nächste Abenteuer. Ich möchte mich aber noch mal ausdrücklich bei allen Verantwortlichen von ProSieben und Brainpool für die tolle Zeit und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken."

ProSieben-Senderschef Daniel Rosemann erklärt: "Fernsehen bedeutet ständige Veränderung - für Künstler, für Sender und für Shows. Wir respektieren Steffen Hensslers Wunsch, einen nächsten Schritt zu gehen und bedanken uns bei ihm herzlich für eine gute gemeinsame Zeit." Wo es Steffen Henssler hinzieht, ist noch nicht klar. Vielleicht ja zurück an den Herd - am kommenden Sonntag steht er - zunächst einmalig - jedenfalls wieder bei Vox für "Grill den Profi" vor der Kamera. Eine Fernseh-Pause sei für ihn aber auch nicht der Weltuntergang, sagte er im Interview mit DWDL.de schon im vergangenen Jahr. Angst vor einem Flop mit "Schlag den Henssler" habe er jedenfalls nicht, so Henssler damals: "Wenn mich ProSieben irgendwann vor die Tür setzen sollte, dann muss ich mir eben etwas Neues suchen. Am Ende des Tages kann ich immer in mein Restaurant gehen und für meine Gäste kochen."

ProSieben fehlt unterdessen nun ein weitere Baustein beim Vorhaben, den Samstagabend zum großen Show-Abend zu machen und dort weitgehend auf Filme zu verzichten. Immerhin: Das Format an sich dürfte dem Sender weiter erhalten bleiben - im Sommer kehrte etwas überraschend "Schlag den Star" zurück und lief ohne festen Host und in strafferer Form am Donnerstagabend sogar deutlich erfolgreicher als "Schlag den Henssler".

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