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Extremer Geldbedarf

Netflix nimmt weitere zwei Milliarden Dollar Schulden auf

 

Netflix erkauft seinen rasanten Ausbau an Eigenproduktionen weiterhin mit einem rasant wachsenden Schuldenberg. Nun will man sich weitere zwei Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt besorgen.

von Uwe Mantel
22.10.2018 - 19:42 Uhr

Bei der Vorstellung der Neunmonatszahlen konnte Netflix kürzlich wieder glänzen. Binnen drei Monaten konnte man sieben Millionen weitere Kunden gewinnen, insgesamt sind es damit weltweit inzwischen 137 Millionen. Das gelingt, weil Netflix in geradezu atemberaubender Schlagzahl neue Serien und Filme produziert und online stellt. Dass das ein überaus teures Unterfangen ist, ist wenig überraschend. Und eine Ankündigung vom heutigen Montag wirft darauf nun wieder mal ein Schlaglicht: Netflix hat angekündigt, sich am Kapitalmarkt weitere zwei Milliarden US-Dollar besorgen zu wollen.

Der ohnehin schon beträchtliche Schuldenberg steigt damit immer weiter an. Zum 30. September lagen die langfristigen Verbindlichkeiten bereits bei 8,34 Milliarden US-Dollar - ein Jahr zuvor waren es noch 4,89 Milliarden. Und ein Ende ist hier noch nicht in Sicht, Netflix hat schon angekündigt, diese extrem expansive Strategie noch eine Weile weiter zu verfolgen und dafür weitere Schulden auf sich zu nehmen. Letztlich geht es darum, seine Stellung als weltgrößter Streaming-Anbieter zu festigen, bevor weitere große Player den Markt betreten - Disney, Apple und Warner lassen mit ihren Streaming-Plänen grüßen.

Derzeit verbrennt Netflix aber dadurch enorme Summen an Geld. Der Free Cash Flow - die Kennzahl also, die angibt, wieviel Geld unterm Strich wirklich übrig blieb und die durch bilanzielle Tricks kaum zu manipulieren ist - lag allein im dritten Quartal bei -859 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Im 3. Quartal 2017 verlor Netflix "nur" 465 Millionen US-Dollar. Nimmt man die ersten neun Monate des Jahres zusammen, dann liegt der Free Cash Flow bei -1,7 Milliarden US-Dollar. Bislang ist das Geschäftsmodell von Netflix damit weiterhin eine große Wette auf die Zukunft - und der Glauben daran, dass entweder die Abonnenten-Zahlen noch deutlich steigen - oder auf Dauer weniger Geld in Eigenproduktionen gesteckt werden muss.

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