Geldscheine © Chobe / photocase.com
Fokus auf Serien und TV-Filme

German Motion Picture Fund fördert keine Kinofilme mehr

 

Der German Motion Picture Fund fördert künftig keine Kinofilme mehr, möglich wird das durch eine Richtlinienänderung. Schon bislang standen Serien und TV-Filme im Mittelpunkt des Fördertopfes, dessen Volumen in diesem Jahr verdoppelt wurde.

von Timo Niemeier
24.10.2018 - 16:07 Uhr

Weil der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) nur Kinofilme förderte, wurde in den vergangenen Jahren der Ruf in der Branche nach einer Förderung für High-End-Serien laut. Entstanden ist 2015 dann der German Motion Picture Fund, der sich auf eben diesen Bereich konzentrieren sollte - aber auch Kinofilme und TV-Filme nicht ausschloss. Das ändert sich nun: Aufgrund einer Richtlinienänderung wird der Fund ab sofort keine Kinofilme mehr fördern.

Konkret heißt es nun in den Richtlinien: "Gefördert werden die Herstellung von Filmen, die nicht für eine Erstauswertung im Kino bestimmt und geeignet sind, und die Herstellung von Serien". Schon bislang standen Serien im Mittelpunkt des Fördertopfes, doch auch Kinofilme erhielten Geld. So etwa Rat Pack, das 2,5 Millionen Euro für die Produktion von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" erhielt. Das geht künftig nicht mehr.

Bislang lag das maximale Fördervolumen bei 2,5 Millionen Euro, wobei es in Ausnahmefällen auf vier Millionen ausgedehnt werden konnte. So erhielt X-Filme bereits 2016 für die erste Staffel von "Babylon Berlin" eben diese vier Millionen Euro, auch die Neununddreißigste Babelsberg Film GmbH bekam für die zweite Staffel "Berlin Station" diesen Betrag. Haben Produzenten künftig mindestens 20 Millionen Euro deutsche Herstellungskosten, steigt der maximale Zuwendungsbetrag generell auf vier Millionen Euro. Ein weiterer Teil der Reform: Die Förderung für Filme beträgt bei allen Projekten 20 Prozent der zuwendungsfähigen deutschen Herstellungskosten. Außerdem können alle Kosten, die innerhalb eines Jahres vor der Antragsstellung entstehen, als zuwendungsfähige deutsche Herstellungskosten anerkannt werden.

Die Reform des German Motion Picture Fund erfolgt nach einem Wechsel der Zuständigkeit: 2015 war der Topf noch unter der Flagge des Bundeswirtschaftsministeriums gestartet. Inzwischen gehört er zum Verantwortungsbereich von Monika Grütters, ihreszeichen Staatsministerin für Kultur und Medien. Bereits vor einigen Monaten verdoppelte Grütters das Budget des Fördertopfes von zehn auf zwanzig Millionen Euro jährlich (DWDL.de berichtete). In diesem Jahr wurden bereits die zweite Staffel der Netflix-Serie "Dark" (2,8 Millionen Euro), die zweite Staffel der Starz-Serie "Counterpart" (1,8 Millionen Euro) sowie die neue ARD-Serie "Oktoberfest" (665.000 Euro) gefördert.

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