TV Now © MG RTL D
Wie RTL im Streaming-Bereich angreifen will

Für 4,99 Euro im Monat: Neues TV Now offiziell gestartet

 

Schneller als erwartet hat die Mediengruppe RTL Deutschland ihr runderneuertes TV Now gestartet. Deals mit ARD, ZDF oder diversen US-Studios sorgen für ein deutlich erweitertes Angebot. Das Premium-Paket ist künftig für einen Fünfer zu haben.

von Alexander Krei
12.12.2018 - 12:19 Uhr

Die Beta-Phase dauerte nur wenige Tage, seit diesem Mittwoch ist der überarbeitete Streamingdienst TV Now der Mediengruppe RTL Deutschland nun offiziell gestartet. Damit hat man noch einmal ordentlich auf die Tube gedrückt, denn ursprünglich war der Start einmal für das erste Quartal 2019 in Aussicht gestellt worden. Fest steht jetzt auch der Preis des sogenannten Premium-Pakets, das neben den Livestreams der linearen Sender auch Vorab-Ausstrahlungen, ein Archiv, HD sowie exklusive Inhalte umfasst. 4,99 Euro verlangt TV Now für den monatlichen Zugang und liegt damit wie angekündigt unter den Netflix-Preisen. Erstmals umfasst das Paket auch die Pay-TV-Sender der Gruppe.

Interessantes Detail: Selbst wer für TV Now bezahlt, wird Werbung sehen - Kunden des Premium-Pakets sollen jedoch nicht mehr als einen Werbespot vor Sendungsbeginn ausgespielt bekommen. Werbeunterbrechungen selbst sind jedoch nicht vorgesehen. Abseits des kostenpflichtigen Pakets soll es viele Serien und Shows auch weiterhin kostenlos zu sehen geben - verpasste Sendungen können in der Regel bis zu sieben Tage nach der TV-Ausstrahlung gestreamt werden, heißt es. "Mit TV Now möchten wir die Menschen in ganz Deutschland unterhalten, informieren und bewegen", sagt Jan Wachtel, Chief Digital Content Officer der Mediengruppe RTL Deutschland und zugleich Geschäftsführer von RTL interactive.

Er selbst bezeichnet TV Now als "eigenständigen Streamingdienst für den Massenmarkt", der sich von der Konkurrenz abheben soll. "Unser Fokus liegt dabei auf deutschen Formaten. Kein anderer Streamingdienst bietet eine solche Bandbreite an hochwertigen Live-Events, Show-Highlights, Serien und Dokumentationen", so Wachtel, der bei TV Now demnächst etwa mit der Datingshow "Temptation Island" oder der Abenteuershow "Survivor" punkten will. Im neuen Jahr startet der Streamingdienst darüber hinaus das Format "Der Bachelor - Jetzt reden die Frauen" mit Frauke Ludowig (DWDL.de berichtete).

Angebot deutlich breiter als bisher

Mit dem Remake "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" zeigt TV Now im Frühjahr zudem die ursprünglich für RTL Crime gedachte Dramaserie von Regisseur David Schalko in Erstausstrahlung. Einen Ausstrahlungstermin gibt es hierfür noch nicht. Schon ab Januar soll dagegen die britische Serien-Adaption von Agatha Christies "Und dann gab es keines mehr" von A+E Networks Teil des Angebots sein, auch "Die Morde des Herrn ABC" mit John Malkovic als Detektiv Hercule Poirot wird 2019 folgen. Hinzu kommt die neue Serie "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" mit "Grey's Anatomy"-Star Patrick Dempsey, die TV Now als Deutschland-Premiere zeigen will. Gleich zum Start stehen zudem Produktionen wie "Grantchester", "Mary Kills People", "Freakish" oder dem Original-"Boot"-Film von Wolfgang Petersen zum Abruf bereit.

Und dann hat sich die Mediengruppe durch Deals mit ABC, CBS, FOX und der BBC diverse weitere Produktionen gesichert, darunter Serien wie "Grey's Anatomy", "Criminal Minds" oder "Navy CIS", die man hierzulande eher bei ProSiebenSat.1 vermutet hätte. Gleichzeitig gibt's durch Vereinbarungen mit ARD und ZDF auch öffentlich-rechtliche Produktionen wie "Polizeiruf 110", "Der Bergdoktor" oder "Unsere Mütter, unsere Väter".

Optisch erfindet TV Now das Rad nicht neu. "Die neue Oberfläche wird von der Struktur her nicht so weit entfernt sein von anderen VoD-Angeboten wie Netflix, Amazon & Co., was daran liegt, dass wir nicht von Raketenwissenschaft reden", erklärte Jan Wachtel bereits vor wenigen Wochen im Gespräch mit DWDL.de. Unter Zugzwang sind nun ProSiebenSat.1 und Discovery, die gemeinsam an einem Neustart von 7TV arbeiten, das dann auch mit einem neuen Namen versehen werden soll. Ein Team von über 200 Mitarbeitern bereitet aktuell den Start der neuen Plattform für Mitte 2019 vorbereiten.

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