Premiere: 2002 mit Rekord-Umsatz beendet
Der Aufwärtstrend bei Premiere hat sich im 4. Quartal 2002 weiter verstärkt. Premiere konnte den Umsatz auf die neue Rekordmarke von 247 Mio EUR steigern - ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (167 Mio EUR). Gleichzeitig sanken die operativen Kosten von 389 Mio EUR um 21 Prozent auf 308 Mio EUR. Im Ergebnis wurde der operative Verlust (negatives EBITDA) von 223 Mio EUR im 4. Quartal 2001 auf 61 Mio EUR verringert. Dies entspricht einer Ergebnisverbesserung um 73 Prozent. "Im 4. Quartal haben wir Premiere auf Wachstumskurs gebracht", sagte Premiere-Geschäftsführer Dr. Georg Kofler. "Wir haben trotz eines schwierigen Kon-sumklimas gezeigt, dass Premiere im deutschen Markt erfolgreich sein kann." Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2002 für Premiere in zwei Phasen. Das 1. Halbjahr stand im Zei-chen radikaler Sanierungsmaßnahmen. Im 2. Halbjahr kam Premiere aktiv in den Markt zurück - mit neuem Programm, Marketing und Kundenservice. Die unternehmerische Trendwende kommt in den Ergebnissen des 2. Halbjahres markant zum Ausdruck: Der operative Verlust konnte auf 77 Mio EUR reduziert werden - nach 445 Mio EUR Verlust im 2. Halbjahr 2001. Damit hat Premiere innerhalb von zwölf Monaten den Halbjahresverlust um 83 Prozent - rund 368 Mio EUR -- gesenkt. Kofler: "In beiden Quartalen des 2. Halbjahres 2002 hat Premiere die Ziele des neuen Geschäftspla-nes übertroffen. Insgesamt ist das Ergebnis im 2. Halbjahr um rund 40 Mio EUR besser als geplant. Auf dieser Grundlage sind wir zuversichtlich, den Turn-Around von Premiere mit schwarzen Zahlen im Jahr 2004 erfolgreich abzuschließen."Im 4. Quartal 2002 steigerte Premiere seinen Gesamtumsatz auf 247 Mio EUR. Die Umsatzerlöse aus den Programm-Abonnements, dem Kerngeschäft von Premiere, wuchsen um 18 Prozent auf 157 Mio EUR (4. Quartal 2001: 133 Mio EUR). Getrieben wurde dieses Wachstum durch die große Anzahl neu-er Abonnenten. Im 4. Quartal hat Premiere seinen Abonnentenbestand netto (nach Kündigungen) um 153.000 Kunden erhöht. Zusätzlich positive Umsatzeffekte resultieren aus der Entscheidung vieler Premiere-Kunden, in höherwertige Programm-Pakete zu wechseln. Erfolgreich gestartet ist auch das neu organisierte Geschäftsfeld PREMIERE DIREKT, in dem die Pay-per-View-Angebote von Premiere gebündelt sind. Im 4. Quartal 2002 konnte PREMIERE DIREKT rund 1,6 Millionen Tickets für aktuelle Kino-Hits, Erotikfilme und Sport- Events an die Abonnenten verkau-fen. Der Umsatz von PREMIERE DIREKT stieg auf 4,4 Mio EUR - 158 Prozent mehr als im 4. Quartal des Vorjahres (1,7 Mio EUR).
Die neue Strategie, digitale TV-Receiver an Premiere-Abonnenten zu verkaufen statt wie bisher zu vermieten, kam im 4. Quartal erstmals voll zum Tragen. So hat Premiere 340.000 Receiver an alte und neue Abonnenten verkauft und damit einen Umsatz von 49 Mio EUR erzielt. Diesem Umsatzbei-trag standen Kosten für Wareneinsatz, Logistik und Vermarktung in der Gesamthöhe von rund 47 Mio EUR gegenüber. Zum 31.12.2002 waren rund 800.000 Premiere-Abonnenten, dies entspricht 30 Pro-zent des gesamten Kundenbestandes, im Besitz eines eigenen Digital-Receivers. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 10 Prozent. "Wer CDs hören will, kauft sich einen CD-Player. Wer Premiere se-hen will, erwirbt einen digitalen TV-Receiver. Digitales Fernsehen und Premiere werden jetzt Teil des normalen Marktgeschehens in der Unterhaltungselektronik", so Kofler. Mit dem steigenden Anteil der Kauf-Receiver gehen die Umsätze aus der Vermietung von d-boxen plangemäß zurück. Diese Erlöse verringerten sich im 4. Quartal um 13 Prozent auf 30 Mio EUR im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum (35 Mio EUR).
Der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent (ARPU: average revenue per
user; Netto-Umsatz ohne Mehrwertsteuer) stieg im 4. Quartal 2002 auf 25,39 EUR im Monat - ein Plus von 7,3 Prozent im Ver-gleich zum Vorjahreszeitraum (4. Quartal 2001: 23,66 EUR). Der ARPU-Anteil aus dem Programm-Abo steigerte sich dabei um 12 Prozent auf 20,81 EUR (18,59 EUR). Noch stärker wuchs der ARPU-Beitrag von PREMIERE DIREKT mit einer Steigerung um 147 Prozent auf 0,59 EUR (0,24 EUR ). Der monatli-che Umsatz pro Abonnent aus der Receiver-Miete ging von 4,84 EUR um 18 Prozent auf 3,98 EUR zurück.
PREMIERE START als erfolgreicher Türöffner
Zum Jahresende 2002 zählte Premiere insgesamt 2,596 Millionen Abonnenten - eine Steigerung um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 85 Prozent aller Kunden haben eines der Premium-Pakete abonniert: PREMIERE FILM, PREMIERE SPORT oder PREMIERE SUPER. Rund 70 Prozent der Premiere-Kunden haben sich für PREMIERE SUPER entschieden, in dem PREMIERE FILM und PREMIERE SPORT enthalten sind. "Das Gros unserer Kunden zahlt 25 Euro und mehr pro Monat", so Kofler. "Das ist eine gesunde Abo-Struktur. Wir haben eine Klientel, die Premiere schätzt - eine gute Ausgangsbasis für eine solide Entwicklung in der Zukunft." Als erfolgreiches Einstiegsangebot hat sich PREMIERE START bewährt, das seit Mai 2002 angeboten wird. Der 24-Stunden-Sender mit Film, Bundesliga live und einer Auswahl verschiedener Themenkanäle kann für 5 Euro im Monat abonniert werden. "PREMIERE START ist der Türöffner für das ganze Premiere. Viele Interessenten bekommen mehr Lust auf Premiere, sobald sie sich einen ersten Ein-druck bei PREMIERE START verschafft haben." Nach den bisherigen Erfahrungen wechseln rund 25 Prozent der PREMIERE START-Abonnenten bereits innerhalb von fünf Monaten in ein höherwertiges Paket. Nach dem aktuellen Geschäftsplan von Premiere soll ein Drittel der PREMIERE START-Abonnenten innerhalb von zwölf Monaten für ein Premium-Abo gewonnen werden.
Besser als geplant entwickelte sich der Rückgang der Kündigungsquote. Im 4. Quartal 2002 (Stichtag 31.12.2002) lag sie bei 13,9 Prozent. Die Kündigungsrate zeigt das Verhältnis zwischen dem durch-schnittlichen Abonnentenbestand und der Anzahl der Kündigungen der letzten zwölf Monate. Diese Kündigungsrate wird rollierend fortgeschrieben, immer stichtagsbezogen auf die vergangenen zwölf Monate. Im 1. Quartal, zum Stichtag 31.3.2002, betrug die Kündigungsquote 20,5 Prozent, im 2. Quartal (30.6.2002) 17,1 Prozent und im 3. Quartal (30.9.2002) 15,9 Prozent. Der Rückgang der Kündigungsquote ist auch Ausdruck der gestiegenen Programmzufriedenheit. 2002 lag der Anteil der Premiere- Nutzung in Abonnenten-Haushalten mit 24,5 Prozent um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres (Marktanteil 2001: 23,8 %).
Der Turn-Around im 2. Halbjahr 2002: Operativer Verlust um 83 Prozent von 445 Mio EUR auf 77 Mio EUR reduziert Die Zweiteilung des Geschäftsjahres 2002 in eine Sanierungs- und eine Wachstumsphase zeigt sich auch bei den Abo-Kennzahlen. Im ersten Halbjahr war der Abonnentenbestand noch um 8.000 auf 2,404 Millionen gesunken. Im 2. Halbjahr verzeichnete Premiere dagegen ein Nettowachstum von 192.000 auf 2,596 Millionen Abonnentenhaushalte. Damit wuchs Premiere fast dreimal so schnell wie im 2. Halbjahr 2001 (68.000 Abonnenten). "Trotz des widrigen Konsumklimas und der lange Zeit drohenden Insolvenz ist es uns gelungen, den Negativ-Trend bei Premiere umzudrehen und die Vor-aussetzung für substanzielles Wachstum zu schaffen", sagte Kofler. Der Umsatz stieg im 2. Halbjahr um 23 Prozent auf 453 Mio EUR (2. Halbjahr 2001: 369 Mio EUR). Neben dem kräftigen Wachstum des Abonnentenbestandes resultiert dieser Anstieg auch aus höheren Umsätzen pro Abonnement. Der ARPU stieg auf 25,35 EUR im Monat und verbesserte sich damit um 3 Prozent im Vergleich zum Vor-jahr (24,56 EUR). Die operativen Kosten sanken um 35 Prozent auf 530 Mio EUR im Vergleich zum 2. Halbjahr des Vorjahres (813 Mio EUR). Damit verbesserte sich das EBITDA um 83 Prozent auf minus 77 Mio EUR nach minus 445 Mio EUR im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Impulse für das Abo-Geschäft erwartet Premiere auch vom neuen Wachstumsmarkt des digitalen Fernsehens. "Durch den Wettbewerb von Herstellern und Handel werden die Preise für digitale TV-Receiver weiter sinken. Bis zur Internationalen Funkausstellung in Berlin wird eine breite Palette von Digital-Receivern angeboten werden, die Premiere geeignet sind. Digitales Fernsehen wird für jeden erschwinglich", sagte Kofler. Premiere setze bei der Digitalisierung des Fernsehens entscheidende Impulse. "Premiere ist heute der wichtigste Grund, warum sich Verbraucher entscheiden, ihren Fern- sehempfang von analog auf digital umzustellen. Acht von zehn Fernsehhaushalten mit Digital-Recei-vern sind Premiere-Haushalte." Attraktive Kombi-Angebote von Premiere-Abo und Digital-Receiver sol- len den Einstieg in die digitale Fernsehwelt besonders günstig und so attraktiv wie möglich machen. Ab 1. März setzt Premiere als erstes deutsches Fernsehunternehmen ausschließlich auf digitale Verbreitung. PREMIERE ANALOG wird am 28. Februar um Mitternacht abgeschaltet. Derzeit zählt PREMIERE ANALOG noch knapp 40.000 Abonnenten. Die Umsatzausfälle nach Abschaltung des Pro-gramms sind im Geschäftsplan bereits berücksichtigt und werden durch Einsparungen beim Sendebe-trieb und der Satelliten- Verbreitung kompensiert.
Im Gesamtjahr 2002 hat Premiere einen Umsatz in Höhe von 826 Mio EUR erwirtschaftet. Dies ent-spricht einer Steigerung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2001: 793 Mio EUR). Die operati-ven Kosten wurden von 1.674 Mio EUR um 30 Prozent auf 1.165 Mio EUR gesenkt - eine Einsparung von 508 Mio EUR. Das operative Ergebnis (EBITDA) wurde um 541 Mio EUR verbessert -- von minus 880 Mio EUR auf minus 340 Mio EUR. 77 Prozent des negativen EBITDA fielen im 1. Halbjahr 2002 an. Kofler: "Die harte Sanierung, die wir im 1. und 2. Quartal eingeleitet haben, hat ihre Kosten dämp-fende Wirkung erst im 2. Halbjahr voll entfalten können. Im 4. Quartal ist es uns außerdem gelungen, auch beim Umsatz kräftig zuzulegen. Auf dieser Basis wird Premiere 2003 weiter wachsen. Insgesamt haben die Kennzahlen des Gesamtjahres 2002 eher statistischen Wert. Das neue Premiere hat erst im 2. Halbjahr 2002 begonnen."
Für das Gesamtjahr 2003 erwartet Premiere trotz der schwierigen Konjunkturlage weiteres Wachstum. Zum Jahresende rechnet das Unternehmen mit einem Bestand von 2,9 Millionen Abonnenten. Der größte Teil der 300.000 zusätzlichen Abonnements ist für das 4. Quartal geplant. Im Januar 2003 ist es Premiere gelungen, seinen Abonnentenbestand netto um 34.000 Kunden zu erhöhen. "Der gute Start ins Jahr untermauert den Realismus unserer Planung", sagte Kofler. Insgesamt werde der Um-satz 2003 prozentual zweistellig auf über 900 Mio EUR klettern. Das negative EBITDA soll unter 80 Mio EUR liegen. Dies entspräche einer Ergebnisverbesserung um rund 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "2002 war für Premiere das Jahr der Sanierung, in dem wir auf der Kostenseite viel Ballast weggeräumt haben", sagte der Premiere-Chef. "2003 wird ein gutes Jahr für Premiere. Endlich können wir unsere ganze Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren." Im 1. Halbjahr 2004 werde Premiere den operativen Break-Even schaffen. Kofler: "Premiere ist klar auf dem Weg in die schwarzen Zahlen."
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