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SVoD-Dienst erschließt neuen Bereich

Nicht nur Serien: Netflix kündigt drei deutsche Filme an

 

Bald wird es nicht nur deutsche Netflix-Serien geben, sondern auch Filme. Wie der Streamingdienst bestätigt hat, wurden nun die ersten drei deutschen Filmproduktionen in Auftrag gegeben. Bei einer ist auch das ZDF mit an Bord. Ab 2020 sollen die Filme zu sehen sein.

von Kevin Hennings
08.02.2019 - 08:30 Uhr

Mit "Dark" brachte Netflix Ende 2017 seine erste deutsche Serie auf den Markt, mit "Dogs of Berlin" ist inzwischen bereits das zweite Projekt angelaufen - und weitere Serien wurden bereits in Aussicht gestellt. Doch dabei soll es nicht bleiben, denn jetzt will Netflix auch auf einem Gebiet angreifen, das ein typisch deutsches ist: Auf dem Gebiet des Fernsehfilms. International versucht sich der Streamingdienst in diesem Segment schon seit geraumer Zeit einen Namen zu machen, die ersten deutschen Netflix-Filme wurden nun für 2020 angekündigt. Gleich drei Stoffe sollen noch im Frühjahr in die Produktion gehen und schon jetzt hat Netflix einen Einblick in sein Vorhaben gewährt.

So wurden die Titel bereits verraten: "Betongold", "Isi & Ossi" und "Freaks" werden die Filme heißen, die sowohl Newcomer als auch etablierte Größen der nationalen Filmbranche vereinen sollen. "Wir freuen uns, dass wir drei sehr unterschiedliche Projekte gefunden haben, um unser Publikum künftig auch vermehrt mit exklusiven deutschen Filmen unterhalten zu können", sagt Kai Finke, Director Content Acquisitions and Co-Productions DACH bei Netflix. "Besonders spannend ist es für uns, dass wir sowohl vor als auch hinter der Kamera bei diesen Projekten mit außergewöhnlichen Künstlern, spannenden Filmemachern und tollen Produzenten zusammenarbeiten dürfen", so Finke weiter.

Bei der Hochstapler-Satire "Betongold" arbeitet Netflix etwa mit UFA Fiction zusammen, Drehbuch und Regie stammen von Cüneyt Kaya, der für ZDFneo schon die Comedyserie "Blockbustaz" umgesetzt hat. Vor der Kamera ist "Betongold" von allen drei Filmen gewiss am hochkarätigsten besetzt: Sowohl David Kross ("Der Vorleser") als auch Frederick Lau ("4 Blocks") und Janina Uhse ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten") stehen für die Produktion vor der Kamera.

Die Berliner Geschichte dreht sich um drei junge Betrüger, die durch eine selbst aufgebaute Immobilienblase in ein absurdes Chaos aus Lügen und Betrug geraten. "Wir werden das Publikum mit absurdem Humor, schnellem Witz und hinreißenden Charakteren überraschen", betont Kaya. "Unsere Hochstapler pendeln zwischen dem verführerischen Rausch des Geldes und dem kompletten emotionalen Ruin. Netflix und UFA geben mir die Möglichkeit, mich kreativ völlig frei auszuleben und den Film dann Millionen von Menschen weltweit zeigen zu können. Dies ist für solch einen kompromisslosen Film wie Betongold sehr mutig und bahnbrechend. Ich freue mich riesig, dieses Herzensprojekt mit dem perfekten Cast inszenieren zu können."

Das von X Filme Creative Pool produzierte "Isi & Ossi" dreht sich indes um eine Milliardärstochter (Lisa Vicari, "Luna") aus Heidelberg und einen mittellosen Boxer (Dennis Mojen, "Morgen hör ich auf") aus dem Nachbarort Mannheim. Als sie aufeinandertreffen, wittern beide die Chance, den anderen auszunutzen: Sie datet den anstandslosen Boxer, um ihre Eltern zu provozieren, damit diese ihre langersehnte Kochausbildung in New York finanzieren. Er glaubt, dem reichen Töchterchen das Geld aus der Tasche ziehen zu können, das er für seinen ersten Profi-Kampf braucht. Aus ihren Vorhaben wird schnell ein emotionales Chaos, das alles, was die beiden über Geld, Karriere und die Liebe zu wissen glauben, gehörig auf den Kopf gestellt.

Regie und Drehbuch stammen vom "Bad Banks"-Schöpfer Oliver Kienle: "Gibt es etwas Aufregenderes und Beunruhigenderes als den Übergang vom Teenager zum jungen Erwachsenen? Alles dreht sich um die Beziehungen zu den Eltern und der eigenen Herkunft, aber auch um die Beziehung zu anderen Menschen, und ich finde unser ungleiches Paar unheimlich spannend. Es gehört irgendwie zusammen – oder eben auch nicht. Ich kann es kaum abwarten, ganz in die Welt von Isi & Ossi einzutauchen. Es freut mich sehr, dieses Projekt mit Netflix und X Filme umzusetzen und weltweit Menschen mit dieser speziell deutschen und gleichsam sehr universellen Geschichte erreichen zu können."

Felix Binder ("Club der roten Bänder"), der Regisseur von "Freaks" - dem dritten Film-Projekt von Netflix - findet ebenfalls lobende Worte für den Streamingdienst, auch wenn mit dem ZDF auch ein klassischer Fernsehpartner mit an Bord ist. "Netflix hat sofort unsere Begeisterung für diesen besonderen Stoff geteilt. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit Freaks dort ein Zuhause gefunden haben, um eine außergewöhnliche Superheldengeschichte aus Deutschland zu erzählen. Aber auch das ZDF war früh in die Entwicklung involviert und so haben wir zwei starke Partner gefunden, mit denen wir nun für Zuschauer in Deutschland und aller Welt den mutigen Ansatz unseres Buches umsetzen können." Beim ZDF ist die Redaktion von Das kleine Fernsehspiel in die Produktion mit eingebunden.

Die von lüthje schneider hörl Film ko-produzierte Superheldengeschichte spielt in einer Dystopie, in der der Einsatz von Psychopharmaka drastisch zugenommen hat. Für jedes Problem, das ein Mensch haben kann, gibt es auch eine Pille. Was aber wenn diese bunten Pillen nicht nur Aggressionen, Ängste und Leistungsschwankungen unterdrücken? Sondern noch weitaus mehr? Eine junge Vorstadt-Mutter geht dieser Frage nach und setzt ihre Medikamente heimlich ab. Dadurch erkennt sie, dass übernatürliche Kräfte in ihr schlummern. Das Drehbuch stammt von Marc O. Seng.

Über den Autor

Der Gerade-noch-Volo-nun-Jung-Redakteur Kevin Hennings ist seit 2016 bei DWDL.de. Neben seiner Liebe zur Serienwelt, die er oft in Form von Kritiken und Kommentaren zeigt, hegt er eine intensive Leidenschaft für Stand-Up-Comedy und Podcasts.

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