Hans Sigl und Yvonne Weber © DWDL.de
Fiction-Talk bei "Studio D"

"Millionen zu unterhalten ist schwerer als zehn Verwandte"

 

Mit ihren Serien will Sat.1-Fictionchefin Yvonne Weber viele Menschen erreichen, doch Mainstream zu machen, sei schwierig, sagt sie im DWDL.de-Branchentalk "Studio D". Schauspieler Hans Sigl hofft indes auf neue Rollen jenseits des "Bergdoktors".

von Alexander Krei
15.02.2019 - 16:31 Uhr

Wenn vom New Golden Age of Television die Rede ist, dann geht es meist um die Vielzahl an Serien, die derzeit weltweit produziert werden. Auch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren etwas ins Rollen gekommen, doch ausgerechnet die großen Privatsender suchen noch immer nach dem passenden Rezept und können sich oft glücklich schätzen, wenn sie mit vermeintlicher Mainstream-Ware überhaupt mehr als zwei Millionen Zuschauer erreichen.

In der neuen Ausgabe des DWDL.de-Branchentalks "Studio D", die am Sonntag erscheint, räumt Sat.1-Fictionchefin Yvonne Weber ein, dass ihrem Sender aktuell im Serienbereich Marken fehlen. "Wir müssen eine Marke bilden mit unseren Serien. Das haben wir schon mal erfolgreich gemacht mit 'Danni Lowinski' und dem 'Letzten Bullen'." Es gehe darum, ein breites Publikum zu bedienen. "Alles andere macht für uns keinen Sinn." Das sei jedoch nicht einfach, "weil jeder belächelt Mainstream ein bisschen", so Weber.

Allerdings sei es schwierig, Mainstream zu machen. "Ein Millionenpublikum zu unterhalten, ist viel schwieriger als meine zehn Verwandten", erklärt die Fictionchefin bei "Studio D" und zeigte sich zugleich dankbar für Netflix, weil der Streamindienst dem Publikum "wahnsinnig viele Möglichkeiten" eröffne und dadurch auch für die Fernsehmacher positive sei. "Menschen wollen Geschichten erzählt bekommen. Da müssen wir ran, dann erzählen wir viele Geschichten."

Sat.1-Fictionchefin Yvonne Weber im Studio D (1 Videos)

Neben Weber diskutieren im "Studio D" auch Produzent Lutz Heineking ("Andere Eltern", TNT Serie) sowie Drehbuchautorin Kristin Derfler, die mit der Initiative Konktrakt 18 im vergangenen Jahr eine breite Diskussion in der Branche über Wertschätzung sowie Vertrags- und Verhandlungsstandards losgetreten hat. Ebenfalls zu Gast ist Schauspieler Hans Sigl, der seit nunmehr über zehn Jahren im ZDF den "Bergdoktor" verkörpert. "Im Moment würde keiner auf die Idee kommen, mir einen Negativ-Charakter beim 'Tatort' anzubieten", sagt er, angesprochen auf festgefahrene Rollenbilder.

Für ihn selbst sei die Situation "ganz okay", weil er abgesehen vom "Bergdoktor" derzeit ohnehin wenig Zeit für andere Projekte habe. "Wenn das irgendwann abgeschlossen sein wird, dann werde ich wahrscheinlich am eigenen Leib erleben, wie flexibel die deutsche Medienlandschaft ist", so Sigl.

Die komplette "Studio D"-Ausgabe über die deutsche Fiction sehen Sie ab Sonntag bei DWDL.de.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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