WDR-Intendant Tom Buhrow © WDR/Herby Sachs
Umstrittenes ARD-Papier

Buhrow hält "Framing Manual" für "gefundenes Fressen"

 

In der Debatte um das umstrittene Framing Manual der ARD hat WDR-Intendant Tom Buhrow den Stellenwert des Papiers relativiert. Er selbst werde sich nicht vorschreiben lassen, was er zu sagen habe. Vielmehr handle es sich um eine "Arbeitsgrundlage".

von Alexander Krei
25.02.2019 - 08:32 Uhr

In der Diskussion um das sogenannte "Framing Manual", das mittels Sprache dabei helfen soll, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in ein besseres Licht zu rücken, hat sich WDR-Intendant Tom Buhrow gegen eine Sprachpolizei ausgesprochen. "Es ist normal und richtig, sprachliche Gesetzmäßigkeiten wie 'Framing' zu untersuchen. Sonst ist man denen ausgeliefert. Gerade in einer Zeit, in der verschiedene Gruppen die Medien mit Schimpfworten bombardieren", sagte Buhrow dem "Handelsblatt". "Dann kommt aber der Punkt, an dem Schlussfolgerungen gezogen werden. Und da sage ich: Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit."

Bei dem "Framing Manual" handele es sich um Schlussfolgerungen einer Wissenschaftlerin. "Ich kenne keinen in der ARD, der diese Begriffe zwanghaft benutzt. Ich schon gar nicht", so Buhrow, der zwar in einen dieser Workshops zum Thema gehen werde, sich aber "mit Sicherheit nie vorschreiben" lasse, was er zu sagen habe. Das Papier betrachtet Buhrow als "Arbeitsgrundlage, aus der jeder nach der inhaltlichen Auseinandersetzung seine individuellen Schlussfolgerungen ziehen kann."

Zugleich sieht der WDR-Intendant in der jüngsten Debatte "ein Symptom der Lust, bei uns nach Fehlern zu suchen. Also ein gefundenes Fressen". Dabei sei es auch ein Zeichen von Framing, wenn eine Zeitung das "Framing Manual" als "Umerziehungspapier" bezeichne. Die "Bild"-Zeitung hatte vor wenigen Tagen mit diesem Wort darüber berichtet. "'Reeducation', wie sie die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt haben, hat die deutsche Öffentlichkeit nicht noch einmal nötig", erklärte Buhrow im "Handelsblatt".

Er selbst wolle sich nicht schlecht über die kommerziellen Sender äußern, weil sich beide Systeme gegenseitig besser gemacht hätten. "Das Aufkommen des Privatrundfunks war ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen. Ich habe damals mit 34 Jahren die Chance bekommen, ins Ausland zu gehen, weil der Markt dynamischer geworden war. Unsere Qualität macht umgekehrt aber auch die Privaten besser. Und die deutsche Öffentlichkeit will nun einmal ein bestimmtes Niveau nicht unterschreiten", sagte Buhrow. "Ich bin immer Anhänger des dualen Systems gewesen. Wir haben das beste Rundfunksystem der Welt."

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