© Bundeswehr
Streit geht nun vor Gericht

Ex-Soap-Schauspieler wollte Bundeswehr-Serien verbieten

 

Der Schauspieler Stephen Dürr befindet sich derzeit im Streit mit der Bundesrepublik Deutschland. Es geht um die sehr erfolgreichen Webserien der Bundeswehr und einen Kooperationsvertrag. Nun landet die Sache vor Gericht.

von Timo Niemeier
08.03.2019 - 08:31 Uhr

Die Bundeswehr ist mit ihrem eigenen Youtube-Channel "Bundeswehr Exclusive" schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich unterwegs. Mehr als 380.000 User haben den Kanal abonniert, mit Webserien wie "Die Rekruten", "Mali" oder "KSK" kommt man regelmäßig auf mehr als 100.000 Abrufe - teils noch deutlich mehr. Hinter den Kulissen bahnt sich nun aber eine juristische Auseinandersetzung an.

Grund dafür ist der Schauspieler Stephen Dürr, der in den 90er Jahren durch die RTL-Soap "Unter Uns" bekannt geworden ist und später auch noch für "Alles was zählt" und "In aller Freundschaft" vor der Kamera stand. Wie die "Bild" berichtet, hat Dürr mit seiner Produktionsfirma My Way Productions im Jahr 2014 einen Medienkooperationsvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland geschlossen. Dabei geht es laut der Zeitung um die von Dürr entwickelte Serie "True North", an der er derzeit arbeitet. Das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtete vor wenigen Wochen, dass die Bundeswehr Dürr für den Dreh Schiffe, Helikopter und Crew als Statisten überlasse.

Allerdings hat die Bundesrepublik Deutschland bereits im Oktober 2018 eine Feststellungsklage vor dem Landgericht Rostock eingereicht, das bestätigte eine Gerichtssprecherin gegenüber "Bild". Offenbar erkannte Dürr durch die Webserien wie "Die Rekruten", die 2016 veröffentlicht wurde, einen Vertragsbruch durch die Bundeswehr. Im Herbst 2017 forderte er laut "Bild" daher Unterlassung, zog diese aber später wieder zurück, wie er selbst gegenüber der Zeitung bestätigt. "Ich habe immer die Einigung und den Dialog mit dem Ministerium gesucht, habe dann auch die Unterlassung zurückgezogen", so Dürr.

So ist es nun die Bundesrepublik Deutschland bzw. die Bundeswehr selbst, die vor Gericht zieht, um Klarheit zu schaffen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagt zu "Bild": "Das passiert, um Rechtssicherheit zu schaffen. Seit 2017 machte 'My Way Productions' wegen Webserien, die das Verteidigungsministerium selbst produzieren ließ, Unterlassungsansprüche geltend, beruft sich auf angebliche Exklusivitätsrechte aus dem Kooperationsvertrag." Die Webserien würden allerdings den Dienst und die Ausbildung echter Soldaten zeigen - "im Gegensatz zum Vorhaben der 'My Way Productions". 

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