Ján Kuciak © aktuality.sk
Mehr als ein Jahr nach der Tat

Auftraggeber von Mord an Springer-Journalist bekannt

 

Der slowakische Springer-Journalist Ján Kuciak und seine Verlobte sind vor mehr als einem Jahr ermordet worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass der Mord von einem Geschäftsmann in Auftrag gegeben worden sein soll. Grund war demnach die Arbeit Kuciaks.

von Timo Niemeier
14.03.2019 - 15:30 Uhr

Die Ermordung von Ján Kuciak hat die Slowakei in eine handfeste Krise gestürzt. Zunächst trat der Innenminister zurück, später auch der Ministerpräsident. Bei der Suche nach den Hintermännern des Mordes ging es aber lange nur schleppend voran. Zwar wurde Anklage gegen vier Personen erhoben, darunter unter anderem Täter und Mittelsmänner, die tatsächlichen Drahtzieher blieben aber unbekannt - bis jetzt. So soll ein Geschäftsmann den Mord an Kuciak und seiner Verlobten in Auftrag gegeben haben, das teilte nun die für schwere Kriminaldelikte zuständige Spezial-Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bratislava mit.


Der Mann wurde demnach schon offiziell der Tat beschuldigt. Das ist in der Slowakei der letzte Schritt vor einer Anklage. "Grund für den Mord war die journalistische Arbeit des Opfers", erklärte der zuständige Staatsanwalt, der allerdings nicht namentlich genannt wurde. Die konkreten Beweise machte man nicht öffentlich. Der Geschäftsmann sitzt schon seit dem vergangenen Sommer in Untersuchungshaft - aber aufgrund eines anderen Vergehens. Es besteht der Verdacht, dass er Wechselbetrug begangen haben könnte.

Kuciak arbeite als Investigativjournalist bei Aktuality.sk, einem Online-Portal von Ringier Axel Springer Slovakia. Schon kurz nach der Tat erklärte die Polizei, die Tat hänge vermutlich mit Kuciaks Arbeit zusammen. Der junge Journalist deckte Mafia-Verflechtungen bis in Regierungskreise auf und schrieb offenbar auch über den Geschäftsmann, der dann den Mord in Auftrag gab.

"Sollte das Attentat ein Versuch sein, einen unabhängigen Verlag wie Ringier Axel Springer Slovakia davon abzuhalten, Missstände aufzudecken, werden wir dies zum Anlass nehmen, unseren journalistischen Auftrag noch gewissenhafter und konsequenter auszuüben", erklärte der Verlag im vergangenen Jahr nach der Tat, die zu vielen Massenprotesten geführt hatte.

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